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Australien Immer wieder enden Versuche, den Fünften Kontinent zu durchqueren, tödlich

Viele Entdecker, die versuchen, Australien zu durchqueren, sterben auf ihrer Expedition. Und jene Forscher, denen es gelingt, überleben oft nur durch reines Glück
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Das Innere des Fünften Kontinents besteht größtenteils aus lebensfeindlicher Wüste. Meist gibt es nur nahe den Küsten wie hier am Victoriafluss Wasser

Im Jahr 1606 betritt der niederländische Seefahrer Willem Janszoon als erster Europäer Australien, doch hat er keine Vorstellung von der Gestalt der riesigen Landmasse. Erst der Brite Matthew Flinders kartiert ab 1795 den Küstenverlauf des Kontinents. Bereits 1778 beginnt London, Sträflinge dorthin zu verschiffen; einige Jahre später folgen erste Siedler. Die Küstenregion im Südosten ist schnell erschlossen, schon bald wird dort das Weideland knapp. Daher sucht der Brite Gregory Blaxland 1813 von Sydney aus einen Weg ins Landesinnere.
Er entdeckt eine Graslandschaft, die „die Versorgung der Kolonie für die nächsten 30 Jahre sichert“. Ein Meilenstein in der Erschließung.

Der Deutsche Ludwig Leichhardt gelangt 1845 erstmals auf dem Landweg vom Osten des Kontinents zur Nordküste. Mit seinen Begleitern stößt er auf fruchtbare Täler zwischen kargen Savannen, er füllt mehrere Bücher mit Notizen über Flora und Fauna. Die Abenteurer ernähren sich vom Fleisch der Ochsenherde, die sie mit sich führen, sie jagen Kängurus und andere Tiere. Nach 14 Monaten in der Wildnis werden die längst Totgeglaubten als Helden empfangen. Als Leichhardt 1848 auch die erste Ost-West-Querung Australiens versucht, stirbt er vermutlich im Outback – er ist verschollen.

 

Der Erste, der die Küste im Südwesten erforscht, ist der gebürtige Brite John Eyre. 1840 macht er sich von Adelaide entlang der Küste auf in Richtung Westen, um dort Weideland zu  finden. Gemeinsam mit einem Europäer und drei Aborigines durchquert er ein 220 Kilometer langes Teilstück ohne Wasserquellen. Sie verdursten beinahe. Nach unsäglichen Qualen erreichen sie am 7. Juli 1841 die Südwestküste. Nie zuvor ist ein Europäer auf dem Landweg so weit in Australiens Westen vorgedrungen.

Im März 1870 brechen die Landvermesser John und Alexander Forrest in umgekehrter Richtung auf. Sie starten in Perth, ziehen nach Süden und folgen später der Route von Eyre. Nach fünf Monaten erreichen sie Adelaide.

Vier Jahre später machen sie sich erneut gen Osten auf. Sie starten 400 Kilometer nördlich von Perth und wandern diesmal durchs Landesinnere: sechs Männer, 18 Pferde, Proviant für acht Monate. Sie durchqueren die Victoriawüste, sind kurz vor dem Verdursten, finden aber immer wieder Wasser. Am 30. September erreichen sie ihr Ziel: Peake Station an der Telegraphenlinie, die auf der Strecke von Stuarts Süd-Nord-Durchquerung gebaut worden ist. Von dort reisen sie zur Südküste. Damit haben sie als Erste halb Australien von West nach Ost erschlossen.

Als Erster quert vermutlich der französische Journalist Henri Gilbert den ganzen Kontinent. Im August 1897 bricht er im Westen bei Perth auf und marschiert 16 Monate (unter anderem über Eyres Küstenroute und teils durch schon besiedeltes Gebiet), ehe er im Dezember 1898 Brisbane erreicht.