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Der Senat ist das Zentrum der römischen Macht - und des Wohlstands: In der frühen Kaiserzeit hat jeder der etwa 600 Senatoren ein Vermögen von mindestens einer Million Sesterzen nachzuweisen. Viele Arbeiter müssen mit einem Tageslohn von einem Sesterz auskommen (Anklagerede Ciceros gegen den Verschwörer Catilina, Fresko um 1885)

Die Ware Mensch: Immer dann, wenn Roms Legionen einen Landstrich unterwerfen und dem Imperium einverleiben, strömen riesige Mengen an Beute in das Reich: Gold, Kunstwerke – und Sklaven. Hunderttausende Unfreie schuften auf den Latifundien, in Bergwerken, im Straßenbau. Oder sie dienen in den Haushalten der Wohlhabenden. Manche steigen gar zu Vertrauten ihrer Herren auf. Doch das ändert nichts daran, dass ihr Schicksal allein von der Willkür der Besitzer abhängt.

Ein Patrizier empfängt auf seinem Landgut einen Gast. Sklaven umsorgen die beiden Männer: Ein Mädchen schenkt Wein nach, ein Diener steht mit Dokumentenrollen bereit - womöglich ein gebildeter Unfreier, der seinem Herrn bei dessen Geschäften zur Seite steht (Gemälde von 1881)

Die Macht der Kulte: Die meisten römischen Götter sind Importe aus Griechenland: Jupiter und Juno etwa entsprechen den olympischen Herrschern Zeus und Hera. Trotz ihres fremden Ursprungs sind die ihnen gewidmeten Kulte von höchster Bedeutung für die Römer: Kein Feldzug darf begonnen werden, ohne dass Priester aus den Innereien von geopferten Tieren das Wohlwollen der Götter herauslesen. Und auch im Privaten sind die vorgeschriebenen Rituale für die Schutzgeister und Hausgötter genau einzuhalten, soll nicht der Zorn der Himmlischen auf die Familie fallen.

Bei vielen religiösen Zeremonien spielt Musik eine wichtige Rolle. Besonders oft wird dabei der aulos geblasen, eine Art doppelrohrige Schalmei, wie sie hier der Schlangenbeschwörer benutzt. Tempel haben eigene Auleten, deren Spiel negative Einflüsse abwehren soll

Betende im Heiligtum der Venus. Sie ist die Göttin der Liebe und der Schönheit. Roms ehrbare Matronen huldigen ihr zudem, weil sie die Herzen der Frauen zu Zucht und Sitte leitet (Gemälde von 1876)

Tod am Nachmittag: Kaum etwas beeindruckt die Römer so sehr wie die Selbstbeherrschung und der Mut tapferer Krieger - auf dem Schlachtfeld wie in der Arena. Seit den Tagen des Kaisers Augustus veranstalten sie auf Staatskosten grausame Wettkämpfe in den Amphitheatern des Imperiums, mehr als 90-mal pro Jahr. Die Helden dieser Spiele sind die Gladiatoren: jene Männer, die ihr Leben riskieren müssen, um die Massen zu belustigen.

Mit dem Fuß an der Kehle seines Gegners wartet ein Gladiator auf das Urteil der Zuschauer – denn sie entscheiden zumeist über das Schicksal des Besiegten. Ob sie ihren Willen mit dem Daumen signalisieren, wie später häufig kolportiert, ist nicht bekannt. Sicher ist: Nur wer das Publikum mit Mut und Geschick begeistert hat, darf auf Gnade hoffen

Mühsal und Luxus: Sie leben in Villen, inmitten von Gärten und leuchtenden Fresken, und wenn sie sich hinaus in das Gewirr der Gassen begeben, dann schweben sie in Sänften hoch über dem Dreck der Straßen: Reiche Römer genießen eine sorgenfreie Existenz, doch ihr Glück beruht auf dem Elend unzähliger Sklaven. Sie quälen sich für den Wohlstand der wenigen und sind ihnen völlig ausgeliefert.

Befreit von allen Pflichten des Alltags, vertreiben sich die Frauen der Oberschicht ihre Zeit mit Ausflügen in Luxusgeschäfte. So wie diese wohlhabende Römerin im Laden eines Antiquitätenhändlers

Nach römischem Recht sind Sklaven Gegenstände, die auf dem Markt feilgeboten werden können. Wer eine Frau kauft, darf sie sogar zur Prostitution zwingen