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Die Geschichte der Kunst

Die Räder rot umrandet, das Antriebsgestänge metallisch leuchtend, als sei ein Scheinwerfer darauf gerichtet: Von Geschwindigkeit und Kraft zeugt das Motiv, mit dem der französische Grafiker A. M. CASSANDRE (1901–1968) den Nordexpress anpreist, einen luxuriösen Fernzug, der Paris und Warschau ab 1926 verbindet

Ein Besuch in New York, so behauptete der deutsche Regisseur Fritz Lang, habe ihn zu seinem Stummfilm »Metropolis« inspiriert, über eine Großstadt, in der eine gewissenlose Elite die Masse der Arbeiter ausbeutet. Stählerne Maschinen, utopische Bauten und ein Roboter in Frauengestalt verleihen dem Film eine futuristische Ästhetik – die sich auf dem Premierenplakat
von WERNER GRAUL (1905–1984) aus dem Jahr 1926 wiederfindet

Selbstbewusste Damen gehören zu den bevorzugten Motiven der aus Polen stammenden TAMARA DE LEMPICKA (1898–1980). Damit wird sie zur Chronistin der 1920er und 1930er Jahre, in denen emanzipierte Frauen offen ihre Sinnlichkeit zur Schau stellen (»Porträt von Mrs. Bush«, 1929)

Als "stahläugige Göttin des Automobilzeitalters" beschreibt eine Zeitung TAMARA DE LEMPICKA. Ihr berühmtestes Bild zeigt sie selbst 1929 in einem grünen Bugatti – in extremer
Nahsicht, aber dennoch distanziert und unerreichbar