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Die Geschichte der Kunst
GEO EPOCHE EDITION Nr. 5 - 04/12 GEO EPOCHE EDITION Nr. 5 - 04/12 - Die Kunst des Mittelalters
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Der Glanz des Glaubens

Nach Jahrhunderten der Dunkelheit, in denen nur wenige Schriften oder Kunstwerke entstehen, beginnt im Abendland um das Jahr 800 der Aufstieg zur ersten Kulturhochblüte seit der Antike. Maler und Goldschmiede feiern in prächtigen Werken vor allem die christliche Religion. Denn es ist der tiefe Glaube, der die Menschen des Mittelalters verbindet

Die Äbte von Conques: "Die Heilige Fides"

Um Pilger in ihr Kloster zu locken, stehlen Mönche aus dem französischen Conques im 9. Jahrhundert die Gebeine einer antiken Märtyrerin. Ihre Beute umhüllen sie mit einer goldenen Figur - einer der ersten bis heute erhaltenen Statuen der Christenheit. Doch die Theologen bekämpfen den vermeintlichen Götzenkult

Die Königin des Himmels

Sie heilt Kranke, entscheidet Schlachten, hilft Notleidenden und rettet die Frommen vor der Pest: Im Laufe der Jahrhunderte wandelt sich die Gottesmutter Maria von der Gemahlin eines jüdischen Zimmermanns zum Sinnbild der Schönheit, der Hoffnung und des Trostes. Keine andere Frau stellen die Künstler des Mittelalters so oft dar wie sie - und keinen anderen Menschen verehren die Gläubigen mehr

Zum Lobe des Herrn

Aus alleredelstem Stein ist die Stadt Gottes, aus reinem Gold, durchscheinend wie Glas - so steht es in der Bibel. Und so soll es auch auf Erden sein: Im Wettstreit um das schönste irdische Gotteshaus schaffen die Baumeister vom 12. Jahrhundert an mächtige Kathedralen mit großen Fenstergruppen, die alles bis dahin Dagewesene in den Schatten stellen. Der neue spitzbögige Stil - die Gotik - wird die Baukunst des Abendlandes jahrhundertelang beherrschen

Mönche von Helmarshausen: "Evangeliar Heinrichs des Löwen"

Als Herzog Heinrich von Sachsen und Bayern 1180 in einem Machtkampf gegen Kaiser Friedrich Barbarossa unterliegt, verliert der Adelige fast alle Ländereien. Doch mit einem Kunstwerk, das Mönche in seinem Auftrag anfertigen, lässt er weiterhin seinen Anspruch auf Größe verkünden: durch ein Buch, das so prächtig und aufwendig illustriert ist wie kein anderes zu jener Zeit in den deutschen Landen

Das Gefüge der Welt

Gott hat die Welt des Mittelalters geordnet: Er verleiht Königen ihre Macht, er scheidet die Menschen in Ritter, Mönche und Bauern. Seine Gesetze wirken in der Natur und der Mathematik, er bestimmt den Lauf der Jahreszeiten, seine Gebote sind die Grundlage für Recht und Moral des christlichen Abendlandes. Und künstlerisch begabte Handwerker halten fest, meist im Auftrag hoher Herren, wie es zugeht in dieser Welt der Herrschenden und der Beherrschten

Siena: Kapitale einer neuen Kunst

Im späten 13. Jahrhundert kommt es unter den Malern Italiens zu einer Revolution ihrer Weltsicht. Einer der Hauptorte dieser Umwälzung ist Siena. Denn in der toskanischen Handelsmetropole lösen sich die Meister von den Traditionen der bis dahin prägenden byzantinischen Ikonen. Sie schaffen unter anderem gewaltige Marienbildnisse, die Mutter und Kind so menschlich zeigen wie nie zuvor. Und geben erstmals Städte und Landschaften detailliert wieder

Die Seligen und die Verdammten

Leid und Tod sind im Mittelalter allgegenwärtig. Sie kommen mit den Kriegen, den Hungersnöten und Seuchen, dem mühevollen Alltag. Doch das Christentum verspricht Hoffnung, die Erlösung von aller irdischen Pein im Jenseits. Allerdings nur jenen, die ein gottgefälliges Leben führen, die sich den überall lauernden Mächten des Bösen versagen. Allen anderen droht ein Ort, dessen Qualen jede menschliche Vorstellung übertreffen: die Hölle

Tilman Riemenschneider: "Heiligblutaltar"

Während in Italien die Renaissancekünstler bereits mit mittelalterlichen Traditionen brechen, fertigt der deutsche Bildhauer Tilman Riemenschneider noch Meisterwerke der Spätgotik. Um 1505 versieht er einen prächtigen Altaraufsatz mit einer ungewöhnlichen Figurengruppe