Buchtipp: Dem Quastenflosser auf der Spur

Hans Fricke, einer der namhaftesten Unterwasserforscher Deutschlands und mehrfacher GEO-Autor, hat ein Buch über das Wissenschaftsabenteuer seines Lebens geschrieben: die wiederholte Begegnung mit dem Quastenflosser, jenem urzeitlichen Fisch, der schon vor über 360 Millionen Jahren die Meere bevölkerte

Langjährigen GEO-Abonnenten ist Hans Fricke, Honorarprofessor für Zoologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Forschungsleiter am Max-Planck-Institut in Seewiesen, kein Unbekannter: Im August 1977 erschien seine erste Reportage. Später unterstützte GEO die Suche nach dem Quastenflosser, nicht zuletzt durch die Finanzierung des Tauchbootes GEO. Als Fricke 1987 erstmals spektakuläre Live-Aufnahmen des Quastenflossers gelangen, zeigte GEO einen exklusiven Fotobericht (Nr.10/1987).

Frühe Tauchgänge in der Elbe

"Dass ich ein Fischmensch werden wollte, stand seit meiner frühen Kindheit fest", schreibt Fricke in seinem neuen Buch. Doch bis er Latimeria live in freier Natur sehen sollte, war es ein langer Weg. Unterhaltsam erzählt Fricke von seinen ersten Tauchgängen als Schüler in einem Seitenarm der Elbe - mit selbstgebauten Tauchgeräten aus Luftpumpe und Gartenschlauch.

Mit dem Rad nach Ägypten

1961 ging ein erster Wunsch in Erfüllung: Fricke trampte nach Ägypten und tauchte zum ersten Mal im Roten Meer. Die Korallenriffe und das kristallklare Wasser faszinierten ihn so sehr, dass er immer wieder zurückkehrte - einmal legte er die 4000 Kilometer sogar per Fahrrad zurück.

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Zwei Protagonisten hat das neue Buch von Hans Fricke: einen Fisch, der über 400 Millionen Jahre alt ist, und einen Forscher, der sich ganz der Aufgabe verschrieben hat, seinen Geheimnissen auf die Spur zu kommen

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Fricke und seine Crew folgten dem "Quasti" , wie sie den Fisch liebevoll nannten, mit dem Tauchboot "GEO" in große Meerestiefen

Unterwegs im Tauchboot "GEO"

Später galt seine Leidenschaft vor allem dem Quastenflosser. Und der Biologe, Filmemacher und Autor verstand es, seine Begeisterung für diesen Urfisch einem breiten Publikum zu vermitteln. Mit dem Tauchboot GEO ging es dann, nach Testfahrten im Bodensee und Roten Meer, in die Tiefen des Indischen Ozeans.

Begegnung mit dem Quastenflosser

Wie es dort zu der sagenhaften ersten Lebend-Begegnung mit dem Urfisch kam, wird in dem Buch noch einmal minutiös rekonstruiert. Doch der Text berichtet auch von den ebenso aufreibenden wie aufregenden Vorgängen an der Oberfläche: Die Wissenschaftler mussten Forschungsanträge formulieren und Geld beschaffen, später gegen Geschäftemacher und Betrüger vorgehen.

Prominente Unterstützer

Es fehlen in dem Buch aber auch nicht Anekdoten über glückliche Zufälle und die Unterstützung von zahlreichen Persönlichkeiten, darunter auch Konrad Lorenz und Jacques Piccard. Am Ende wird verständlich, weshalb Hans Fricke ein dankbares Resümee seiner Quastenflosserforschung zieht: "Wie privilegiert war ich doch, diesen wunderbaren Geschöpfen draußen im Ozean mit meinen Freunden und Kollegen zuschauen zu dürfen."

Hans Fricke: "Die Jagd nach dem Quastenflosser. Der Fisch, der aus der Urzeit kam"; 302 Seiten, 54 Abb., eine Karte; C.H. Beck Verlag, München 2007

Sie können das Buch auch direkt im GEO-Webshop bestellen.