Gesucht: der Elfenbeinspecht

Johanna Romberg machte sich in den USA auf die Suche nach einer ausgestorbenen Spezies

Können Sie stundenlang regungs- und geräuschlos auf einem Baumstumpf sitzen? Schätzen Sie die Gesellschaft von Zecken, Stechmücken und Wasserschlangen? Sind Sie imstande, in Sekundenbruchteilen das Klopfen eines Vogelschnabels vom Knacken eines Astes zu unterscheiden?

Wenn ja, dann erfüllen Sie bereits wichtige Voraussetzungen, um an einer der aufwendigsten Fahndungsaktionen der neueren Naturgeschichte teilzunehmen. Gesucht wird der Elfenbeinspecht, ein extrem seltener und scheuer Vogel, der in den Sumpfwäldern im Süden der USA zuhause ist. Oder war, denn bis heute ist unter Vogelkundlern strittig, ob es ihn wirklich noch gibt - oder ob er nicht bereits vor vielen Jahren ausgestorben ist.

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GEO-Redakteurin Johanna Romberg, passionierte Ornithologin. In Arkansas, auf der Suche nach dem legendären Elfenbeinspecht, bekam sie ihn nur als hölzernen Lockvogel zu sehen. Oder auch einen echten?

Johanna Romberg, selbst begeisterte Hobby-Ornithologin, hat sich der Spechtsuche für kurze Zeit angeschlossen - und festgestellt, dass ihr Sachverstand dabei von begrenztem Nutzen war. Zwar kann die GEO-Autorin, nach jahrelanger Übung, Dutzende von Vogelstimmen auf Anhieb identifizieren. Aber eben nur in heimischen Wäldern. Im Wald von Arkansas kam sie sich vor wie eine sprachunkundige Touristin auf dem Marktplatz einer ausländischen Großstadt - umgeben von unverständlichen Lauten, die nur durch genaues Zuhören und eingehende Übersetzungshilfe zu entschlüsseln waren.

Mithilfe eines Bestimmungsbuchs und ortskundiger Experten konnte sie dann nach und nach einige Arten identifizieren: den Zitronenwaldsänger etwa, den Rotkehl-Hüttensänger, den Königstyrann und den Streifenkauz. Und natürlich diverse Spezies von Spechten.

Ob der gesuchte Rätselvogel darunter war, können Sie in GEO Nr. 11/2007 nachlesen.