Im Goggo um die Welt

Im neuen GEO SAISON berichten Marlotte und Peter Backhaus von einer ungewöhnlichen Weltreise

Mit dem Kleinwagen durch die Wüste, über Hochgebirge und durch Urwaldflüsse? Das ist ein Abenteuer, von dem die Vernunft abrät. Umso mehr, wenn das Gefährt nur 15 PS hat, winzige Räder und Sitze mit dem Komfort von Gartenstühlchen - kurz: Wenn die Reise im Goggomobil stattfindet. 1957 machten sich Peter und Marlotte Backhaus damit auf, die Erde zu umrunden. "Ich wollte die Welt sehen", erinnert Peter Backhaus sich 50 Jahre später - "und ich bin ihm aus Liebe gefolgt", fügt seine Frau hinzu.

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Marlotte Aue studiert die Karte "irgendwo in Malaysia", wie sie sich 50 Jahre später im Interview mit GEO Saison erinnert

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Ein Goggo und viele Bären im Yellowstone Nationalpark. Der Autohersteller, der die Reise sponsert, freut sich über die einzigartigen Werbefotos

In der aktuellen Ausgabe von GEO SAISON berichten die beiden von ihren abenteuerlichen Fahrten, die von Hamburg via den Iran, Pakistan und Indien bis nach Vietnam führten, per Schiff nach Südamerika, von dort auf dem Landweg nach Kanada und per Schiff weiter nach Afrika - insgesamt sie in fünf Jahren 200 000 Kilometer legten zurück.

Eine Reise, wie sie nur in den 1950er Jahren möglich war - im Pettycoat und mit auftoupiertem Haar. "Wir wollten es unterwegs gemütlich haben und ordentlich, wie zuhause", erzählt die heute 72-jährige Marlotte Backhaus. So fertigte sie eigens Gardinen an für das Auto, was überaus nützlich war, da die beiden meist in ihrem Mobil am Straßenrand schliefen. Auch wusch sie in Urwaldflüssen die Bezüge ihrer Federbetten und blondierte sich dort die Haare - "meine Frau ist eine gute Hausfrau, auch in der Wildnis", ergänzt Peter Backhaus.

Immer wieder posierte das Bilderbuchpaar in seinem feuerroten Spielmobil vor spektakulären Kulissen. Der Hersteller des Goggo unterstützte die Reise und erhielt Werbefotos von unterwegs. Den Großteil der Reisekasse spielten jedoch Peter Backhaus´ Filme ein, die im Nachkriegsdeutschland zu kleinen Kinoerfolgen wurden - über Löwen in der Serengeti, die Baukunst der Indios, die Kirschblüte in Japan.

Andere Begegnungen filmten sie dagegen nicht, etwa jene mit einem französischen Offizier im Tschad, der die beiden Deutschen zusammenstauchte, weil sie ohne Begleitschutz die Wüste durchquerten und alle paar Kilometer anhalten mussten, um die dünnen Reifen zu flicken. Aber dennoch: "Angst hatten wir nie", erinnern sich die beiden.

Das ganze Abenteuer von Marlotte und Peter Backhaus lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von GEO SAISON, die am 26. September erscheint.

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Für größere Autos wäre die Brücke bei Fort Lamy (heute: N’Djamena) im Tschad viel zu fragil gewesen; für den Goggo wirkt sie wie maßgeschneidert