China im Bild

Ein Bericht vom Foto-Festival in Pingyao

Wer China in zwei Tagen sehen will, sollte zum jährlichen "China Pingyao International Photography Festival" (PIP) fahren.

Pingyao ist eine der schönsten und am besten erhaltenen Städte Chinas. Ihre Ursprünge gehen auf vorchristliche Zeiten zurück, und die Stadt steht unter dem Schutz des Weltkulturerbes der UNESCO. Allein schon darum ist sie eine Reise wert. Jeweils im September aber findet dort ein Fotofestival statt, zu dem sehr viele chinesische Fotografen aus allen Regionen des Landes kommen, um ihre Arbeiten zu zeigen.

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Zu sehen war 2007 etwa, wie die Bauern in der Provinz Henan leben, wie es sich im Runddorf der Hakkan wohnt - oder ein zwanzig Meter langes 360°-Panorama von Peking. Zugleich ist das Fotografen-Treffen aber immer auch so etwas wie die tagesaktuelle Chronologie des zurückliegenden Jahres. Zu betrachten in den Pressebildern der fest angestellten Fotografen vieler Provinz-Zeitungen. Und schließlich: Das Festival zeigt, wie sich Künstler über das Medium Fotografie mit dem Wandel Chinas auseinandersetzen, wie zum Beispiel Tian Yong Hua "Meine eigene große Revolution 2008" feiert und anlässlich der anstehenden Olympiade sein Portrait einsetzt, um sich in den fünf Farben der olympischen Ringe als Marx, Engels, Lenin, Mao und Stalin darzustellen.

Es werden auch ausländische Kuratoren eingeladen, um die interkulturelle Kommunikation zu fördern, und Deutschland war dabei gut vertreten. Es gab eine Ausstellung des BFF (Bund Freier Fotografen), eine Ausstellung der Hamburger Fotografin Ulla Kimmig mit ihren Arbeiten aus dem Iran - und GEO hatte die Gelegenheit, zehn der Fotografen, mit denen es regelmäßig arbeitet, mit je ungefähr fünf Bildern vorzustellen. Bereits im Jahr 2005 hatte GEO 100 Fotos von 100 Fotografen ausgestellt.

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Am 19. September 2007 wurde das Festival eröffnet, und wie alles in China begann es mit festlichen Reden, mit Feuerwerk und Musik. Es waren schätzungsweise 300 Fotografen anwesend sowie unzählige Fotostudenten. Allein Professor Yang Xiaoguang vom renommierten "Dalian College of Image Art" war mit 70 Studenten angereist. Sie alle hatten teure und modernste Fotoausrüstungen dabei. Die deutsche Fotografin Ulla Kimmig staunte nicht schlecht und meinte, sie hätte noch nie so viele wertvolle Kameras an einem Ort versammelt gesehen.

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