USA - 20 tolle Touren

Flüge günstig, Dollar schwach - und obendrein Obama. GEO SAISON-Korrespondent Karl Teuschl weiß, warum man mit einer USA-Reise nicht länger warten sollte

Was macht eine Reise in die USA gerade jetzt reizvoll?

Ein echtes Argument ist der "Obama-Effekt". Der Stimmungswandel nach der Wahl des neuen Präsidenten ist im ganzen Land spürbar. Es gibt aber auch einen profaneren Reisegrund: Die USA sind für Europäer derzeit sehr günstig.

Wie günstig?

Selbst in der Hauptsaison lassen sich für rund 500 Euro Flüge an die Ostküste finden, wenn Sie nicht am Wochenende fliegen. An die Westküste kommt man bei etwas flexibleren Reiseterminen für circa 700 Euro, alle Gebühren inklusive.

Ab Ende September / Anfang Oktober sinken die Flugpreise noch einmal um rund 200 Euro, wenn man zwei bis drei Monate vorab bucht. Und innerhalb des Landes bieten Billig-Linien wie Southwest Airlines, JetBlue, Ted (eine Tochter von United) oder America West ständig "Sale-Tickets" an, die mühelos per Internet zu buchen sind.

GEO-Saison hat für die aktuelle Ausgabe ein paar ganz besondere Touren ausgesucht ...

Ja, bei unseren 20 USA-Touren durch Kalifornien, Florida, entlang der Ostküste und durch die Canyonlands im Südwesten sollte für jeden Geschmack und jedes Budget etwas dabei sein: In Kalifornien lassen wir uns zum Beispiel nach Hippie-Art im VW-Bulli an der Küste entlang treiben. Damit kommt man an die schönsten Surfstrände in verwunschenen Buchten - und wir haben natürlich die besten Tipps, wie sich eine solche Reise organisieren lässt.

Den magischen Südwesten erleben wir mit indianischen Guides, die uns an Plätze führen, die man alleine nicht besuchen kann, zum Beispiel im Canyon de Chelly.

Wenn Sie die USA so richtig schön "amerikanisch" erleben wollen, empfehle ich eine Tour durch Floridas Nordosten - von Daytona Beach bis Amelia Island an der Grenze zu Georgia. Da haben Sie alles, was auch Amerikaner lieben: vom größten Trubel am Autostrand bis zu himmlischer Ruhe auf einer Insel, auf der die Europäer schon 1562 Spuren hinterlassen haben.

Reißen solche besonderen Touren nicht doch große Löcher in die Reisekasse?

Wieso? Bei einer VW-Bulli-Tour zum Beispiel hat man sein Bett ja immer dabei. Da enthält die Miete des Busses (ab 90 Dollar pro Tag in der Nebensaison, rund 66 Euro,) schon den Übernachtungspreis. Und wenn man mal ein richtiges Bett will, findet es sich im Motel schon ab 50, 60 Dollar im einfachen Doppelzimmer. Richtig günstig sind in diesem Jahr übrigens Wohnmobile. Das Überangebot drückt die Preise, da gibt es viele Sonderangebote (siehe z.B. www.canusa.de oder www.camperboerse.de).

Und wie steht es mit den Hotelpreisen?

Im preiswerteren Segment sind die Zimmerpreise nicht so stark gesunken. Weil aber die Geschäftsreisen eingebrochen sind, bieten Hotels aus der 4 bis 5-Sterne-Kategorie ihre Zimmer bis zu 50 Prozent billiger an - und geben ihren Gästen manchmal schon ab zwei Nächten eine weitere Nacht kostenlos dazu. In New York sind die Zimmerpreise von 200 Euro im Schnitt auf 157 Euro gesunken. Zu unserer GEO SAISON-Tour in New York stellen wir natürlich auch ein paar ebenso hübsche wie preiswerte Hotels vor.

Machen sich in New York die Folgen des Wall Street-Crashs bemerkbar?

Die Stimmung wird dort nicht mehr so sehr von exorbitant bezahlten Bankern geprägt. Man bekommt daher viel leichter einen Tisch in den schönen Restaurants. Weil die Wohnungs-, Laden- und Restaurantmieten sinken, ist auf einmal wieder mehr Platz für Kreative. Manhattan entfaltet so erneut etwas von dem schrägen Charme, der uns schon früher dort fasziniert hat. Wir stellen auf unserer New York-Tour in GEO SAISON viele Sachen vor, die man dort sehr günstig machen kann - von großer Kunst kostenlos anschauen bis zum "Island-Hopping" für kleines Geld. New York selbst wirbt gerade mit dem "Real Deal": Wenn Sie für zwei Personen unter www.nycgo.com online buchen, gibt es Museen, Musicals, Theater, Hotels und Touren für die zweite Person zum halben Preis.

Wie hat sich das Preisniveau in den USA generell entwickelt?

Derzeit herrscht praktisch Deflation in Amerika: Die Benzinpreise liegen mit rund 2,50 Dollar (etwa 45 Eurocent pro Liter!) wieder auf dem Niveau von vor drei Jahren - da machen Road-Trips, wie wir sie in GEO-Saison vorschlagen, richtig Spaß.

Ist auch das Shopping derzeit günstig?

Ja, besonders Freizeit- und Kinderkleidung. Selbst Trendmarken haben derzeit ständig "Sales". Elektronik ist dagegen kaum günstiger (und oft in Europa auch nicht Garantie geschützt), Computerspiele wiederum sind oft früher und preiswerter zu haben. Übrigens sieht der Zoll genau hin, was man mitbringt. Immerhin darf man seit letztem Jahr Waren im Wert von 430 Euro zollfrei in die EU einführen - früher waren es nur 175 Euro.

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Kaliforniens Küste: Der Tag geht, und mit ihm die Wakeboarder, die in dieser Bucht bei Santa Cruz einen idealen Spielplatz gefunden haben

Zurück zur Reiselust. Haben Sie einen Tipp für eine Tour, an die man sich ein Leben lang erinnern kann?

Das wäre unsere Segeltour durch die Inselwelt von Maine an der Ostküste. Wir beziehen unsere Kojen auf einem 140 Jahre alten Zweimaster und lassen es uns an Bord gut gehen - mit der Aussicht auf die spektakuläre Inselwelt und hübsche viktorianische Städtchen. Die Kombüse verwöhnt uns zudem mit Lobster, Steaks, frischem Brot, saftigem Braten - und köstlichen Weinen. Wahrlich eine Reise für Genießer, von der man wunderbar entspannt zurückkehrt. Und die übrigens gar nicht so teuer ist, wenn man die besondere Atmosphäre und die exzellente Vollpension bedenkt.

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Schöner Schoner: Jedes Detail des 140 Jahre alten Zweimasters "Stephen Taber" wurde liebevoll aufpoliert - damit der Segeltörn vor der Küste von Maine zum Genuss wird