Tierlexikon Chamäleon

Kein Tier rollt so schön mit den Augen wie das Chamäleon! Und kaum ein anderes ist so kunterbunt! Mehr zu Chamäleons lest ihr im Tierlexikon
Chamäleon

Chamäleons sind faszinierende Tiere und bekannt für ihre wechselnden Farben

Allgemeines zum Chamäleon

Chamäleons, wissenschaftlich Chamaeleonidae, leben auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Besonders viele Arten gibt es auf der Insel Madagaskar. Sie gehören zu den Reptilien und können eine Gesamtkörperlänge von bis zu 80cm erreichen.

Chamäleons sehen die Welt durch Superglupscher - extrem scharf. Bis zu einen Kilometer weit können die Echsen schauen und ihre Umgebung scannen, fast rundherum. Denn ihre stark vorstehenden Augen lassen sich wie Bälle in alle Richtungen drehen. Dabei kreiseln die Augäpfel unabhängig voneinander. Erst wenn ein Auge etwas Interessantes erspäht hat, richtet sich auch das zweite darauf. Auf einen fetten Brummer etwa, den die Tiere gern verschlingen wollen. Oder auf eine Chamäleon-Dame…

Was frisst ein Chamäleon?

Auch Chamäleons haben Hunger: Auf Fliegen, Mücken, Spinnen oder auch mal einen dicken Käfer. Also lauern Chamäleons, bis ihnen ein Leckerbissen ins Blickfeld schwirrt. Dann bewegen sie sich ganz gemächlich auf ihr Opfer zu - und schleudern blitzschnell ihre Zunge aus dem Maul!

Die Zunge ist an der Spitze dick wie eine Keule und etwa anderthalbmal so lang wie das ganze Tier. Damit sie trotzdem ins Maul passt, lässt sie sich im "Ruhezustand" wie eine Ziehharmonika zusammenfalten. Wenn das Chamäleon dann auf ein Insekt "schießt", entfaltet sich der Zungenmuskel: Die Zunge saust heraus, die Spitze stülpt sich wie ein Saugnapf über die Beute und zischt mit ihr zurück in den Schlund. Das alles dauert nur eine Zehntelsekunde.

Wie lebt ein Chamäleon?

Chamäleons sind Einzelgänger und leben auf Bäumen, weil sie sich dort besonders gut tarnen können. Fressfeinde wie Schlangen oder Raubvögel lassen sich mit dem Farbenspiel allerdings nicht vertreiben. Und schnell fortflitzen können Chamäleons auch nicht. Sie beugen den Angriffen vor, indem sie sich tarnen: Mit ihrem ruckelnden Gang ahmen sie Blätter nach, die sich im Wind hin und herbewegen. Dadurch sehen die Tiere viel ungeschickter aus, als sie sind: Chamäleons klettern hervorragend! Den langen Greifschwanz, der normalerweise eingerollt am Körper liegt, winden sie dabei um Äste; das gibt ihnen zusätzlichen Halt.

Mit den Zehen an ihren Kletterfüßen umschließen sie Äste wie Kneifzangen. Dennoch kippen die Echsen ab und zu vom Baum - das aber mit Absicht: Rückt ihnen ein Feind zu nahe, stellen sie sich tot und lassen sich fallen. Weh tun sie sich dabei nicht: Sie blähen ihre riesigen Lungen auf und fangen den Sturz auf diese Weise ab, als hätten sie sich ein dickes Kissen umgeschnallt.

Chamäleon

Chamäleons leben hauptsächlich in Afrika

Was ist das Besondere an Chamäleons?

Wenn Chamäleon-Männchen "verliebt" sind, schillern sie am buntesten! Mit diesem Farbspektakel versuchen sie, die Damen zu beeindrucken. Überhaupt ändern sie ihre Farbe je nach Stimmung, und das innerhalb nur weniger Minuten. Es ist, als würden die Tiere auf diese Weise miteinander sprechen.

Haben sie Angst, etwa während des Kampfes um ein Weibchen, schalten viele Arten auf Schwarz. Das signalisiert dem Rivalen: Mein Gegner fühlt sich unterlegen und will lieber nicht kämpfen. Sind die Echsen dagegen angriffslustig, laufen sie rot an. Das heißt dann so viel wie: "Hau ab, oder es setzt was!" Ferner wechseln die Tiere ihren Hautton abhängig von Temperatur und Tageszeit. Morgens nehmen sie dunklere Töne an, um sich aufzuwärmen, weil dunkle Farben mehr Licht schlucken und die Haut dadurch mehr Wärme aufnimmt. Nach einem langen, heißen Tag werden die Tiere dann heller, um sich abzukühlen.

Wie Chamäleons so schnell die Farbe ändern, war lange Zeit ein Rätsel. Erst vor wenigen Monaten sind Wissenschaftler dahintergekommen: Für den Farbrausch sind winzige Kristallblöcke in der Haut der Echsen verantwortlich. Fällt Licht auf diese Blöcke, werfen sie es farbig zurück. Dass der Farbton wechselt, liegt daran, dass sich je nach Laune des Chamäleons die Abstände zwischen den Kristallen verändern. Ist etwa ein Panther-Chamäleon entspannt, liegen die Blöcke nah beieinander und schimmern blau. Regt das Tier sich auf, schieben sie sich auseinander und leuchten rot.

Steckbrief: Chamäleon

  • Wissenschaftlicher Name: Chamaeleonidae
  • Größe: je nach Art drei bis 80 Zentimeter lang
  • Lebensdauer: je nach Art fünf Monate bis bis 15 Jahre
  • Lebensraum: Afrika
  • Ernährung: Fliegen, Mücken, Spinnen oder auch mal ein dicker Käfer
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