Tierlexikon Brillenbär

Hat der schlechte Augen? Nein, sehen kann der einzige Bär Südamerikas ganz gut. Und einen genaueren Blick verdient er sowieso - in unserem GEOlino Tierlexikon!
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Brillenbären essen gern Obst und allerlei Grünzeug

Allgemeines zum Brillenbär

Dieser Bär weiß wirklich, was in ist. Hobbys, Behausung und erst der Gesichtsschmuck - alles topmodern! Beginnen wir darum mit der Brille, die auffällig im dunklen Gesicht des Räubers prangt – und damit der ganzen Art ihren Namen gab: Brillenbär, lateinisch: Tremarctos ornatus.

Natürlich hilft ihm die flauschige Fellbrille nicht, besser zu sehen. Wohl aber unterstützt sie dabei, nicht übersehen zu werden. Forscher erkennen bestimmte Tiere an ihrem Gesichtsschmuck wieder. Denn jeder Bär besitzt ein Einzelstück, entworfen von der Natur. So tragen manche etwa kreisrunde Harry-Potter-Brillen. Andere bevorzugen Pilotenoder Schmetterlingsbrillen.

Es gibt auch Tiere, die besitzen kantige Modelle, wie die Sekretärinnen von einst. Oder Hornbrillen. Oder randlose, getönte Hippiebrillen. Doch es gibt nur wenige Menschen, die bislang einen der bebrillten Bären zu Gesicht bekommen haben.

Brillenbären sind vor allem: unkompliziert. Die einzigen Bären Südamerikas sind in den feuchtwarmen Regenwäldern sowie im kargen Hochgebirge zu Hause. Sie essen gern Obst und Grünzeug, schlagen aber auch Wild oder Vögel. Wenn es sein muss, geben sie sich sogar mit Aas zufrieden. Nur eine Sache brauchen alle: ihre Ruhe. Die Einzelgänger scheuen den Menschen. Nur wenige Forscher haben die Bären mit der Fellbrille darum je zu Gesicht bekommen

Die Fellbrille gab der Art ihren Namen. Viele bezeichnen ihn aber auch nach seinem Lebensraum als "Andenbä". Wer in den Gebirgswäldern Südamerikas einen Brillenbären etwa beim Fressen erspähen will , braucht viel Glück - oder einen kundigen Führer: Die Tiere sind extrem scheu!

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Der Brillenbär lebt in den Bergwäldern rund um die Andenkette in Südamerika

Grösse und Gewicht eines Brillenbärs:

Höchstens zwei Meter misst und bis zu 200 Kilogramm wiegt ein Männchen. Die Weibchen bringen die Hälfte auf die Waage.

Was der Brillenbär frisst:

Der Brillenbär frisst vor allem Pflanzen und Früchte, selten jagt der Bär auch mal Vögel oder andere Säugetiere.

Nachwuchs bei den Brillenbären:

Etwa alle zwei Jahre bekommt ein Weibchen höchstens vier Junge, die es dann bis zu zwei Jahre lang großzieht und versorgt.

Gefährung der Brillenbären:

Feinde muss der Brillenbär auf seinen Touren eigentlich kaum fürchten. Er ist der einzige Bär in den Anden Südamerikas – und das größte und wohl stärkste Raubtier dort. Selbst Puma und Jaguar legen sich nur ungern mit dem Bären an. Nur einer macht ihm zu schaffen - der Mensch.

Immer weiter dringt er mit seinen Äckern und Plantagen in den Lebensraum des Bären ein. Immer wieder zücken Bauern ihr Gewehr, wenn ein Bär ihren Maisfeldern zu nahe kommt. Weil das häufig geschah und geschieht, wird die Zahl der Brillenbären heute auf allerhöchstens 30.000 geschätzt. Längst gilt ihre Art darum als gefährdet.

Um ihre Zukunft zu sichern, versuchen Tierschützer nun, mit den Bauern Regelungen zu finden. Und auch in Europa will man helfen, das Überleben des seltenen Bären zu sichern. So wurde für ihn ein spezielles Zuchtprogramm entwickelt - geführt und gesteuert vom Kölner Zoo. Der versucht, Zoobären miteinander zu verkuppeln: eine Partnervermittlung für den Brillenbären… Wie gesagt: Dieser Bär weiß, was angesagt ist.

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