Tierlexikon Königstiger

Größer als ein Löwe, stark wie ein Bär, leise wie eine Feder im Wind: Keiner kann es im Dschungel mit dem Königstiger aufnehmen. Doch sein Leben ist bedroht - durch den Menschen. Mehr über den Königstiger erfahrt ihr hier im Tierlexikon
Königstiger

Königstiger stürzen sich gern in die Fluten. Sie sind sogar ausgezeichnete Schwimmer - und legen dabei Strecken bis zu 30 Kilometer zurück

Allgemeines zum Königstiger

Der Königstiger (Panthera tigris tigris) ist ein Säugetier und gehört zur Familie der Katzen (Felidae) in die Unterfamilie der Großkatzen (Pantherinae). Man nennt ihn auch Bengalischen Tiger oder Indischen Tiger. Weltweit gibt es vier unterschiedliche Tigerarten. Der Königstiger ist unter ihnen der zweitgrößte.

Merkmale und Körperbau des Königstigers

Männliche Königstiger werden etwa drei Meter lang von Kopf bis Schwanz, einen Meter hoch und bis zu 258 Kilogramm schwer. Die Weibchen sind kleiner und leichter. Der Königstiger - auch Bengaltiger genannt - zählt zu den größten und schönsten Raubkatzen der Welt

Das Fell der Raubkatze ist rot-gold gefärbt und mit breiten schwarzen Querstreifen gemustert. Bauch und Beininnenseiten sind weiß. Manchmal kommen auch weiße Tiger vor. Hier spricht man von Leuzismus.

Die gefährlichste Waffe des Königstigers ist die Lautlosigkeit. Auf zehn bis 25 Meter schleicht er sich an seine Beute an. Und wenn die Affen nicht Alarm husten und die Pfauen nicht rechtzeitig kreischen, schnellt er von hinten auf sein ahnungsloses Opfer zu. Mit aller Macht rammt der Tiger seine tödlichen Reißzähne in Nacken oder Kehle.

Dann schleift er sein Opfer im Rückwärtsgang in ein Versteck. Und frisst. Solange der Vorrat reicht. Knapp zehn Kilogramm Fleisch braucht ein ausgewachsener Tiger am Tag. Zu seinen Beutetieren gehören Hirsche, Gaur-Kälber, Antilopen und Affen. Wenn ihm ein Tier entwischt, lässt er es laufen - weite Strecken zu hetzen ist nicht seine Sache. Lieber schleicht er sich von neuem an. Misslingt auch das, begnügt er sich mit kleinen Nagetieren oder Aas. Hauptsache: Fleisch!

Königstiger

Der Königstiger wird auch Indischer Tiger genannt

Was frisst ein Königstiger?

Pro Tag benötigen diese Raubtiere etwa acht Kilogramm Fleisch. Sie fressen verschiedene Hirscharten, Wildrinder (Daur), Büffel, Antilopen, Affen, Wildschweine und Vögel. Manchmal erbeuten sie auch kleine Elefanten oder Nashörner. Zur Not fressen Königstiger auch Heuschrecken, Fische, Schildkröten und Frösche.

Verbreitung und Lebensraum

Seine Heimat sind die Regenwälder Indiens. Hier sucht sich der Königstiger zwischen umgestürzten Bäumen und Büschen seinen Unterschlupf. Hier jagt er und schwimmt, wenn es sein muss, weite Strecken durch Flüsse und Seen. Bis zu 20 Kilometer streift der Tiger Nacht für Nacht umher, perfekt getarnt und trotz seiner rund 200 Kilogramm so geschmeidig wie eine Schlange.

Verbreitung des Königstigers

Die meisten Königstiger leben in den dichten Trockenwäldern Indiens, aber auch in Bandladesch, Nepal und Bhutan

Fortpflanzung und Nachwuchs beim Königstiger

"Aaaoouu Aou Aou Aaaoouung!" Wer Glück hat, kann vor allem im Winter und Frühjahr diesen donnernden Lockruf der Männchen in einigen Wäldern Indiens und Bangladeschs hören. Rund 100 Tage dauert die Tragzeit. Dann gebären die Weibchen nach der Paarung meist zwei bis vier Junge pro Wurf.

Die kleinen tapsigen, blinden Bündel, anfangs kaum größer als eine Hauskatze, werden allein von der Mutter aufgezogen. Mit zwei Monaten dürfen sie auf Entdeckungstour gehen und verlassen gemeinsam mit der Mutter den Unterschlupf, in dem sie geboren wurden. Unvorstellbar, dass auch sie eines Tages die Dschungelbewohner in Atem halten werden - furchteinflößend und mächtig wie Könige.

Königstiger

Ein Königstigerbaby ruht sich vom Herumtollen mit seinen Geschwistern aus - auch aus diesem knuddeligen "Kätzchen" wird später einmal ein mächtiger Herrscher des Dschungels

Sind Königstiger gefährdet?

Der Königtiger ist zwar ein der Jäger, doch gleichzeitig auch selbst ein Gejagter. Auf gerade einmal 3200 bis 4500 Königstiger wird heute der Bestand in freier Wildbahn geschätzt. Vor 100 Jahren waren es noch an die 40000 Tiere. Doch die Menschen holzten die Wälder ab; töteten Tausende Wildkatzen - aus reinem Vergnügen! Die prächtigen Felle brachten viel Geld und Ruhm ein.

Und nicht nur die Felle: In der traditionellen chinesischen Heilkunde gelten Tigerknochen und -augen, Tigerhirne und -barthaare als Wundermittel: gegen Kopfschmerzen, gegen Rheuma, sogar gegen Faulheit! Noch heute wildern gewissenlose Knochenhändler in den Schutzgebieten.

Dabei ist die Tigerjagd seit 1970 in Indien streng verboten. 1973 richtete die indische Regierung Reservate ein zur Aufzucht - und ließ dafür sogar Dörfer räumen. So konnte sie den Königstiger gerade noch vor dem Aussterben retten. Der Königstiger steht auf der Liste der gefährdeten Arten.

Steckbrief: Königstiger

  • Name: Königstiger
  • Wissenschaftlicher Name: Panthera tigris tigris
  • Familie: Katzen
  • Größe: von Nase bis Schwanzspitze 2,70 bis 3,10 Meter (Männchen), 2,40 bis 2,65 Meter (Weibchen)
  • Aussehen: kurzhaariges rotbraunes Fell; mehr und engere Streifen als bei den weiter nördlich lebenden Arten.
  • Gewicht: bis 300 Kilogramm
  • Lebensdauer: bis 20 Jahre
  • Nachwuchs: zwei bis vier, höchstens sieben Junge. Nach zwei bis drei Jahren Trennung von der Mutter
  • Lebensraum: Indischer Regenwald
  • Heimat: vor allem Indien, aber auch Nepal, Bangladesch, Bhutan und Myanmar (Burma).
  • Ernährung: Fleischfresser; Hirsche, Antilopen, Affen, Fische, Wildschweine
Woher weiß man eigentlich...
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