Der springende Punkt

"Na komm, eine Vier in Mathe ist doch nicht so schlimm!" "An sich nicht, aber ich kriege jetzt wegen der Vier weniger Taschengeld – das ist der springende Punkt."

Lustige Vorstellung: ein Punkt, der hüpft und springt – und was soll an dem so toll sein? Denn wir bezeichnen mit dem springenden Punkt in der Umgangssprache etwas, was wirklich wichtig ist. Damit weiß gleich jeder, was gemeint ist: das Wesentliche des Gesagten nämlich, auf den Punkt gebracht – den springenden Punkt eben.

Die Herkunft dieser Redensart hat tatsächlich mit etwas Lebendigem zu tun. Mit einem Hühnerei nämlich, oder genauer: dem Küken, das im Ei heranreift. Schon Aristoteles, ein griechischer Philosoph, hat darin einen springenden Punkt erkannt. Wenn sich auf dem Eidotter langsam das kleine Vögelchen entwickelt, so kann man sein noch viel kleineres Herz schlagen sehen. Der sieht aus wie ein springender Punkt. Auch der Arzt sieht auf dem Ultraschallbild bei Babys das Herz als sich bewegenden Punkt. Und damit wird auch klar, weshalb die Redensart ihre Berechtigung hat, denn was gibt es Wichtigeres als das Herz?

Alle Redewendungen

GEOlino-Newsletter