Redewendung Mein lieber Scholli!

Mein lieber Scholli!

In der Musikstunde steht Vorsingen auf dem Programm. Euer Freund, der nach seinem letzten Lied von allen gehänselt wurde, singt dieses Mal richtig gut und bekommt eine Eins. "Mein lieber Scholli", denkst du. Doch wieso eigentlich "Scholli", euer Freund heißt doch ganz anders?

Diese Redewendung verwendet man, wenn man erstaunt oder auch empört über etwas ist. Doch dieser Gebrauch hat sich im Laufe der Jahre geändert. Früher nannte man jemanden leicht spöttisch, aber lieb gemeint "Scholli". Heute würde man sagen, jemand habe Flausen im Kopf, er stehe also nicht ganz auf dem Boden der Tatsachen.

Woher die Redewendung stammt

Die Redewendung ist abgeleitet von dem Studenten Ferdinand Joly, der 1783 aus der Salzburger Universität geflogen und anschließend als Dichter, Sänger und Schauspieler durchs Land gezogen ist. Er scherte sich nicht darum, was andere über ihn dachten, sondern ging seinen eigenen Weg. Deshalb galt er als liebenswert, aber zu damaligen Zeiten auch ein bisschen verrückt – ein "lieber Scholli" eben. Ganz ähnliche Bedeutung haben übrigens die Redewendungen "mein lieber Schwan" oder "mein lieber Herr Gesangsverein".

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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