Redewendung Seine Pappenheimer kennen

Seine Pappenheimer kennen

"Lea, hör endlich auf, zu Melanies Heft herüberzuschielen. Beim nächsten Mal nehme ich dir dein Heft ab und du bekommst eine Sechs", sagt der Mathelehrer Herr Müller zornig. "Aber ich …", setzt Lea an - doch ihr Lehrer fällt ihr ins Wort: "Nichts da, keine Ausreden. Ich kenne doch meine Pappenheimer!"

Herr Müller macht hier auf abschätzige Weise deutlich, dass er Leas Schummelversuche längst durchschaut hat. Aber was hat das mit der Stadt Pappenheim zu tun?

Ursprünglich hatte der Ausdruck "seine Pappenheimer kennen" einmal eine viel positivere Bedeutung als heute. Die Redewendung ist ein Zitat aus Schillers Drama "Wallensteins Tod", das im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) spielt und vom Grafen von Pappenheim und seinem berüchtigten Regiment handelt. In dem Drama drückt der Feldherr Wallenstein mit den Worten "daran erkenn ich meine Pappenheimer" seine Anerkennung für den Mut, die Treue und den Kampfgeist der Soldaten aus.

Mit der Zeit ist jedoch die anerkennende Grundbedeutung der Redewendung durch Ironie verfremdet worden und hat sich zu dem abschätzigen Urteil über Menschen entwickelt, wie wir es heute kennen.

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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