Gift und Galle spucken

Gift und Galle spucken

Ist man furchtbar wütend, hat man das Gefühl "Gift und Galle spucken" zu müssen

"Wozu muss ich den Kram denn lernen? Ich werde das nie wieder brauchen!", ruft Leon genervt und haut mit seiner Faust auf den Tisch. Er sitzt zerknirscht an seinen Biologie-Hausaufgaben und zerbricht sich den Kopf über eine besonders schwierige Aufgabe. "Nur die Ruhe, Leon!", sagt Leons großer Bruder und blickt ihm über die Schulter ins Biologie-Buch. "Du siehst ja aus, als würdest du jeden Moment Gift und Galle spucken!" Leon schaut seinen Bruder verdutzt über die Schulter an: "Galle spucken? Ich bin doch nicht krank!"

Die Redewendung "Gift und Galle spucken" hat ihren Ursprung im Alten Testament (5. Buch Mose - Kapitel 32, Vers 33) der Bibel. Dort steht: "Denn ihr Wein ist Drachengift und verderbliches Gift der Ottern Galle." Bereits im 16. Jahrhundert entstand aus diesem Bibelspruch eine Redewendung. Zudem verbreitete damals die Viersäftelehre die Theorie, dass sehr aufbrausende Menschen zu viel gelbe Galle in sich trügen. Galle wurde also damals gleichgesetzt mit zügelloser Wut. Auch heute noch nutzen wir diese Redensart, um großen Ärger auszudrücken.

Mit der Hilfe seines Bruders schafft Leon die knifflige Biologie-Hausaufgabe dann aber rasch. Erleichtert aufseufzend läuft Leon hinaus in den Garten und genießt den restlichen freien Nachmittag.

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