Redewendung Etwas aus dem Effeff können

Etwas aus dem Effeff können

Dorothea Schneider hat uns gefragt, woher denn die Redewendung "etwas aus dem Effeff können" stammt. Wir haben uns schlau gemacht:

"Etwas aus dem Effeff können" oder "etwas aus dem Effeff beherrschen" heißt, etwas hervorragend zu können und sich besonders gut mit einem Thema auszukennen.

Für die Erklärung dieser Redensart muss man etwas weiter ausholen. Bis zu den alten Römern nämlich. Die hatten schon vor fast 1500 Jahren ein eigenes Rechtssystem entwickelt. Einen Teil der römischen Gesetzeswerke, die so genannten "Pandekten" - das heißt so viel wie "das Allumfassende" - wurde im Alltag mit dem griechischen Buchstaben Pi abgekürzt. Eigentlich praktisch – aber in Eile geschrieben sah das Pi schon mal aus wie zwei kleine "f". Und irgendwann setzte sich tatsächlich die Abkürzung "ff" für das Gesetzeswerk durch.

Als das Römische Reich schon lange untergegangen war, im 18. Jahrhundert, lebten die römischen Gesetze weiter: Sie bildeten die Grundlage für die Gesetze der jungen europäischen Staaten. Und auch hier wurde als Abkürzung für die Pandekten immer das "ff" benutzt. Wenn ein Jurist sich also besonders gut in seinem Fach auskannte, dann konnte er die Pandekten (= ff) in- und auswendig. Zudem stehen die Pandekten für gesichertes, jahrhundertealtes Wissen: Was aus dem "ff" stammt, ist mit Sicherheit richtig und verlässlich. Und wenn jemand etwas aus dem Effeff (das ist einfach nur die ausgeschriebene Variante der Buchstaben ff) kann, dann ist er selbst heute noch ein echter Experte.

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