Redewendung Leviten lesen

Broletto Kathedrale in Pavia
Broletto Kathedrale in Pavia

Adina (14) möchte wissen, woher die Redewendung "jemandem die Leviten lesen" kommt. Hier die Antwort:

Jana schreckt zusammen, als ihre Schwester Miriam ohne Vorwarnung die Tür zum Wohnzimmer aufreisst. "Ha, erwischt! Wenn ich das Mama erzähle, dann wird sie dir ganz schön die Leviten lesen", droht Miriam und blickt auf Jana, die sie gerade beim heimlichen Fernsehen erwischt hat.

"Ich habe gar keine Leviten", antwortet Jana beleidigt und schaltet schnell den Fernseher aus. Dabei fängt sie an zu Grübeln.. Wer oder was waren denn eigentlich nochmal diese Leviten?

Was die Redewendung bedeutet und wie sie entstand:

"Die Leviten zu lesen" bedeutet so viel, wie jemanden zu tadeln, zu schimpfen oder zu ermahnen. Die Redewendung geht zurück auf das Mönchswesen und auf die Bibel, genau genommen auf das dritte Buch Mose, das auch "Levitikus" genannt wird.

Schon im 8. Jahrhundert wurden bei den üblichen Andachts- und Bußübungen der Benediktinermönche meist Texte aus dem "Levitikus" vom Bischof vorgelesen, in denen vor allem Verhaltensregeln für die Geistlichen standen. Im Anschluss an die Levitikus-Lesungen folgten dann häufig Mahn- und Strafpredigten. Deswegen hat sich das "Leviten lesen" als Sinnbild für Ermahnungen im heutigen Sprachgebrauch durchgesetzt.

Redewendung, Sprache, Grammatik
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Redewendungen
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