Redewendung Friedrich Wilhelm unter etwas setzen

Unterschrift, Unterschreiben, Füller

Klaus erinnert seine Schwester Lucie an den Geburtstag ihrer Cousine Anne. Er schlägt vor, dass sie einen gemeinsamen Brief schreiben und dazu ein Foto vom letzten gemeinsamen Winterurlaub beilegen. Als der Brief fertig ist, ermahnt Klaus Lucie noch zu unterschreiben. "Schau mal, ich hab schon unterschrieben. Jetzt fehlt nur noch dein Friedrich Wilhelm!", sagt er. Doch warum sagt jemand, der einen Brief unterschreibt, er setze "seinen Friedrich Wilhelm unter den Brief"?

Die Redewendung stammt aus der Zeit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., der von bis 1713 bis 1740 regierte und unter anderem die allgemeine Volksschulpflicht einführte. Wenn er Dokumente unterzeichnete, schrieb er seine beiden Vornamen immer voll aus.

Redewendung, Sprache, Grammatik
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Redewendungen
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