Redewendung Ins Gras beißen

Ins Gras beißen

Thomas klettert immer höher und höher in das Geäst einer alten Eiche. "Los Sabine, komm auch hier rauf! Man hat einen tollen Ausblick", klingt seine Stimme aus dem Baumwipfel herab. Aber Sabine hat keine Lust: "Nein, ich bin nicht schwindelfrei. Bitte, komm wieder runter! Ich will nicht, dass du ins Gras beißt", brüllt sie zurück.

Diese Redewendung taucht schon im Alten Testament der Bibel auf: Jemand, der "ins Gras beißt", stirbt unfreiwillig. Bestimmt habt ihr auch schon selbst einmal vor Schmerz heftig die Zähne zusammengebissen. Auf den Feldern großer Kriege kommt es oft vor, dass Verwundete am Boden liegend zurückgelassen werden: Während sie qualvoll ihren Schmerzen erliegen, beißen sie wortwörtlich ins Gras. Apropos wortwörtlich: Beim antiken griechischen Dichter Homer bissen sie in den Staub, bei dem römischen Dichter Ovid (43 v. Chr. bis 17 n. Chr.) in den Sand und bei seinem Landsmann Vergil (70 v. Chr. bis 19 v. Chr.) in die Erde. Dieses Verhalten ist übrigens auch an Tieren zu beobachten, die bei einer Jagd verwundet werden.

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