Das geht auf keine Kuhhaut

"Claudia, liest du bitte mal deine Hausaufgaben vor?" Die strenge Stimme des Deutschlehrers durchschneidet den Klassenraum. Gerade noch hatte Claudia auf ihrem Tisch gedöst. Aber jetzt ist sie plötzlich hellwach: "Äh, meine Hausaufgaben hat heute Morgen mein Hund gefressen…" Der Lehrer schüttelt entnervt den Kopf. "Vorgestern war es der Papagei, dann die Katze und heute dein Hund? Meine Liebe, deine ewige Lügerei geht auf keine Kuhhaut mehr!"

Aber was hat eine unschuldige Kuh mit Claudias Flunkerei zu tun? Natürlich hätte ihr Klassenlehrer auch einfach sagen können: Wie du dich verhältst, ist nicht mehr hinnehmbar!

Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Damals dachte man nämlich, dass der Teufel eine Liste mit den Sünden jedes Menschen besitze. Die hatte er sich zuvor auf ein Pergament notiert. Pergament, der Vorgänger des heutigen Papiers, wurde damals aus Ziegen- oder Kuhhaut hergestellt. Klare Sache: Kamen während eines einzigen Lebens dermaßen viele Sünden zusammen, dass sie nicht einmal auf einer Kuhhaut Platz fanden, dann musste es sich schon um einen besonders üblen Schurken handeln!

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