Redewendung Ans Eingemachte gehen

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Krisensitzung bei Familie Mackermann. Vor drei Monaten hatte Vater Heiner seine Anstellung in der Bank verloren. Wie in vielen anderen Unternehmen wurde auch in seiner kleinen Bankfiliale Personal entlassen, um Kosten zu sparen...

Zuerst war Heiner wenig besorgt gewesen - schließlich hatte er eine saftige Abfindung erhalten. Aber nun war alles Geld restlos aufgebraucht - und von einer neuen Arbeitsstelle weit und breit keine Spur. Heiner Mackermann versuchte, seine Familie aufzumuntern: "Es ist doch gar nicht so schlimm... für die nächsten Wochen haben wir noch etwas Geld auf dem Sparbuch." Mutter Mackermann schien das wenig zu beruhigen: "Dann geht's jetzt also ans Eingemachte", seufzte sie.

Wenn die Vorräte zur Neige gehen und man die letzte Notfallreserve anknabbern muss, um zu überleben, aber auch dann, wenn eine Sache wirklich ernst wird, reden wir davon, dass es ans "Eingemachte" gehe.

Echtes "Eingemachtes" steht heute nur noch in den wenigsten Küchenregalen herum. Bis vor etwa hundert Jahren, als es noch keine Kühlschränke in den Wohnungen oder Supermärkte an jeder Straßenecke gab, sah das anders aus: Jede Familie musste für ihre eigenen Vorräte sorgen. Um auch im Winter genügend Nahrungsmittel zu haben, begannen die Menschen schon im Herbst damit, Fleisch, Gemüse, Pilze und Obst durch Kochen haltbar zu machen. Waren die frischen Nahrungsmittel aufgebraucht, griffen sie zum Eingekochten oder Eingemachten, das in luftdicht verschlossenen "Einmachgläsern" auf den Verzehr wartete.

Mittlerweile haben Konservendosen und Tiefkühltruhen das Einmachen weitestgehend ersetzt. Aber als Redewendung besitzt es noch immer einen festen Platz in der deutschen Sprache.

Redewendung, Sprache, Grammatik
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Redewendungen
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