Den Nagel auf den Kopf treffen

Nervös rutscht der Kandidat einer Quizshow auf seinem Stuhl herum. Was für eine schwierige Frage! Das verschmitzte Lächeln des Moderators steigert sogar noch seine Unsicherheit. Nach langem Grübeln entscheidet er sich: "Antwort C", sagt er. "Damit", antwortet der Moderator nach einer dramatischen Pause, "haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen!".

Den Kandidaten freut es, denn "den Nagel auf den Kopf getroffen" zu haben bedeutet nichts anderes, als die richtige Antwort auf eine schwierige Frage gegeben zu haben. Die Redewendung hat denselben Ursprung wie "ins Schwarze treffen". Beides sind nämlich Ausdrücke aus dem Schießsport. Früher wurde in der Mitte der Zielscheibe ein Nagel befestigt. Wenn ein Schütze diesen traf und der geschossene Pfeil abprallte, hatte er genau in die Mitte und den Nagel buchstäblich auf den Kopf getroffen. Heute befindet sich in der Mitte der meisten Zielscheiben ein schwarzer Kreis, weshalb "ins Schwarze" geschossen wird.

Ein sehr ähnlicher Ausdruck wird auf den römischen Dichter Plautus (254 – 184 v. Chr.) zurückgeführt und oft als Ursprung der Redewendung gesehen. Sein "Rem acu tetigisti" heißt wörtlich übersetzt "Du hast die Sache mit der Nadel berührt". Diese Umschreibung dafür, den Kern einer Sache zu treffen, ist aus dem Sprachgebrauch aber vollständig verschwunden.

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