Redewendung Alles über einen Kamm scheren

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Wer alles über einen Kamm schert, schert sich nicht um die Unterschiede zwischen zwei Dingen. Es ist für ihn sozusagen Jacke wie Hose - zwar gibt es deutliche Unterschiede, sie werden jedoch nicht beachtet.

Ihren Ursprung hat die Redewendung im altgermanischen Strafrecht. Verbrechern wurde als Strafe oft der Kopf geschoren. Dies galt als Entehrung und war eine schlimme Bestrafung. Wenn einem jemand mit kahlem Schädel begegnete, war davon auszugehen, dass es sich um einen Verbrecher handelte. Für die Menschen waren bald alle, die ihr Haar kurz trugen, Verbrecher. Auch wenn dem oft nicht so war. Es wurde kein Unterschied gemacht. Noch heute gibt es in Bayern den abfälligen Ausdruck "Gscherter".

Zu dieser Verallgemeinerung kam später noch ein Aspekt dazu: Beim Scheren von Schafen werden verschiedene Kämme benutzt, um die filzige, dichte Wolle von der Feinen zu trennen. Bei den klassischen Barbieren aber wird oft für Bart und Haupthaar derselbe Kamm benutzt. Es wird also auch kein Unterschied gemacht, obwohl das Beispiel der Schafe zeigt, dass es sinnvoll sein kann, einen Unterschied zu machen.

Aus diesen beiden Quellen ergab sich über die Zeit die Kombination "Alles über einen Kamm scheren".

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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