Jemanden zur Schnecke machen

"Was ist denn mit dir los?", fragt Paul seine kleine Schwester Pia. Wie ein Häufchen Elend sitzt sie auf den Treppenstufen vor dem Haus. "Ich habe aus Versehen Mamas Lieblingsvase zerbrochen", schluchzt sie. "Und dann hat sie mich zur Schnecke gemacht."

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'Zur Schnecke gemacht?' Eigentlich sieht Pia noch ganz menschlich aus.

Aber die Redewendung bezieht sich auch nicht auf die äußere Ähnlichkeit mit einer Schnecke, sondern auf das Verhalten der Schnecken.

Die glitschigen Wesen sind sehr langsam, aber auch sehr vorsichtig. Bei der kleinsten Gefahr ziehen sie ihre Fühler ein oder verkriechen sich gleich ganz in ihrem schützenden Gehäuse.

Ganz ähnlich verhalten sich viele Menschen, wenn sie hart kritisiert und dabei vielleicht auch angeschrien werden. Sie werden kleinlaut und möchten sich am liebsten verkriechen – wie die Schnecke in ihr Schneckenhaus.

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