Redewendung: Auf den Nägeln brennen Auf den Nägeln brennen

Im Mittelalter klebten sich Mönche kleine Wachskerzen auf die Nägel, damit sie bei der Frühmesse besser lesen konnten. So entsand unsere heute gebräuchliche Redewendung

Philipp ist in Eile. In 10 Minuten beginnt sein Karatetraining. "Mama, beeil dich, wir müssen gleich los." Philipps Mutter sitzt in der Küche mit einem blauen Umschlag in der Hand. "Philipp, heute kam ein Brief von der Schule." Philipp schaut ganz entsetzt. "Aber Mama, gleich ist Training." Mit ernstem Blick sagt seine Mutter: "Deine Noten sind schlechter geworden. Darüber müssen wir jetzt reden. Das Thema brennt mir auf den Nägeln." Philipp ist nervös und versteht nichts mehr: Warum brennen die Nägel seiner Mutter? Was hat das mit seinen Schulnoten zu tun?

Die Redewendung "auf den Nägeln brennen" nutzt man, wenn etwas Dringendes anliegt, dass einem persönlich sehr wichtig ist.

Auf den Nägeln brennen

Die Redewendung geht wahrscheinlich auf den Brauch von Mönchen zurück, die sich kleine Wachskerzen auf die Nägel der Daumen klebten, damit sie bei der Frühmesse besser Lesen konnten. Wenn die Messe aber länger ging, wurden die Kerzen immer kleiner und die Mönche hofften, dass die Andacht vorbei sei, bevor die Flamme die Finger ansengte. Sie konnten es also kaum erwarten, bis sie die Kerzen ausblasen durften. Eine andere Herleitung besagt, dass im Mittelalter Menschen gefoltert wurden, indem ihnen heiße Kohlen auf die Nägel gelegt wurden.

Oft hört man auch "Unter den Nägeln brennen". Dies leitet sich von einer anderen Foltermethode ab, bei der Menschen brennende Holzstäbchen unter die Nägel geschoben wurden. Den Personen war es selbstverständlich lieber, wenn die Folter früher als später endete.

Philipps Mutter will unbedingt jetzt über seine Noten sprechen. Für sie ist das Thema dringlicher als sein Karatetraining. Bei Philipp sieht es ganz anders aus: Ihm brennt es auf den Nägeln endlich los zu fahren. Denn das Training ist ihm im Moment wichtiger als seine Noten

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