Redewendung Einen Eiertanz aufführen

Sven plant mit seinen Großeltern Weihnachtskekse zu backen. Es macht ihm sehr viel Spaß den Teig auszustechen und zu dekorieren. Für ein Rezept fehlt lediglich eine Vanilleschote. Sein Großvater will als Ersatz ein Vanillekonzentrat nutzen. Da entrüstet sich Svens Großmutter entsetzt: "Das Konzentrat darfst du auf keinen Fall für die Kekse verwenden. Das Rezept sieht eine echte Vanilleschote vor und die müssen wir noch kaufen." Der Großvater schüttelt verständnislos den Kopf. "Sei doch nicht so kompliziert. Warum führst du so einen Eiertanz auf?“ Nun ist Sven ganz verwundert, denn Eier sind in Hülle und Fülle vorhanden. Und wieso sollten man mit den Eiern tanzen?

Einen Eiertanz aufführen

Die Redewendung "Einen Eiertanz aufführen" geht auf ein Erlebnis von Goethe zurück:

Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe sah eines Tages ein Mädchen, das Eier in einem bestimmten Muster auf einen Teppich legte und mit verbundenen Augen zwischen ihnen tanzte. Das Mädchen berührte kein einziges Ei und das erstaunte Goethe so sehr, dass er das Gesehene aufschrieb. Viele Leute lasen seine Geschichte und so verbreitete sich die Redewendung "Einen Eiertanz aufführen" wenn jemand sehr vorsichtig sein muss. Da dieser Tanz sehr kompliziert ist, beschreibt diese Redewendung auch Personen, die sehr umständlich sind.

Svens Großvater findet, dass die Großmutter zu kompliziert ist. Für ihn ist es zu umständlich, wegen einer einzigen Vanilleschote extra noch Einkaufen zu fahren.

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