Redewendung Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn

Marie hat sich mit Freunden im Park zum Spielen verabredet. Florian, der Nachbarsjunge, schaut ihnen traurig durch sein Fenster nach. Niemand hat ihn gefragt, ob er mitkommen möchte. Kurzerhand greift er seine Jacke und läuft ihnen nach. Die anderen Kinder feuern gerade Marie an, die auf die alte Eiche klettert. Als nächstes ist Paul an der Reihe. Mit viel Kraft zieht er sich an den Ästen hoch und schon sitzt er oben neben Marie. Florian kann nur staunen. Er wäre auch gern so stark. Er nimmt all seinen Mut zusammen, versucht ebenfalls die Äste zu erklimmen. Doch er rutscht ab und landet hart auf dem Boden. Seine Freunde lachen ihn aus. "Jetzt erst recht!", denkt sich Florian und tatsächlich erklimmt er in einem Schwung die Eiche. Er wagt sich sogar noch einen Ast höher als Marie, die spöttisch ruft "Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn!". Voller Stolz, aber doch verwundert fragt sich Florian: „Warum nennt sie mich ein Huhn?"

Die Redewendung "Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn" wird meist abwertend verwendet. Sie bedeutet, dass auch dem Unfähigsten zuweilen etwas gelingen kann. Im Vergleich mit dem blinden Huhn wird der Person unterstellt, es sei ein reiner Glücksfall und nicht auf ihr Können zurückzuführen.

Der arme Florian hat also kein Lob bekommen, wie er vermutet, sondern eine gemeine, abweisende Bemerkung.

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Redewendungen
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