Redewendung Das Zünglein an der Waage

Gemeinsam bespricht Familie Schumann die Reiseplanung für die Osterferien. Tanja, Markus und Tom dürfen mitentscheiden, wohin die Reise geht. Tanja und ihre Mutter wollen unbedingt in die Sonne, am besten auf die Kanaren. Doch Markus und sein Vater können sich das gar nicht vorstellen und möchten lieber in den Bergen Skifahren. Der Vater fragt Tom nach seinen Wünschen: „So, was ist dein Urlaubswunsch? Du bist nun das Zünglein an der Waage!“

Wieso ist Tom ein Zünglein? Und was hat die Waage mit dem Urlaub zu tun?

Die Redewendung "Das Zünglein an der Waage" bezieht sich auf den kleinen Zeiger in der Mitte einer Waage mit zwei Schalen. Besonders Apotheker machten lange Zeit von ihr Gebrauch. In die eine Waagschale wird der zu wiegende Gegenstand gelegt, in die zweite Gewichte, um beide Waagschalen in Balance zu bringen. Dadurch kann man das Gewicht des Gegenstands ermitteln. Um ein präzises Ergebnis zu bekommen, ist die Waagschale zusätzlich mit einem weiteren Mechanismus ausgestattet – dem sogenannten Zünglein. Dieser Zeiger schwingt bei Belastung der Waage aus und kommt bei ausgewogenen Waagschalen im Zentrum der Anzeige zum Stillstand. So zeigt das Zünglein kleinste Gewichtsunterschiede auf einer Skala an – und gibt somit den Ausschlag.

Das Zünglein an der Waage

Auch bei Gericht könnt ihr die Waagschale in den Händen der Justitia, der römischen Göttin der Gerechtigkeit, als Symbol für Redlichkeit und Ausgewogenheit wiederfinden.

Wird jemand als das Zünglein an der Waage bezeichnet, hängt eine Entscheidung von ihm und seinem Votum ab. Eine unerwartet eintretende Situation kann ebenfalls das Zünglein an der Waage sein, wenn sie einen Wendepunkt in einer ansonsten ausgewogenen Lage bringt.

Tom ist heute das Zünglein an der Waage – wird er sich für das Meer oder die Berge entscheiden?

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