Redewendung Nach Schema F

"Die gelben Blätter kommen in die linke Ablage, die weißen auf den rechten und alle Büroklammern musst du entfernen", erklärt Herr Staub Miriam. Sie macht nämlich gerade ein Schulpraktikum im Archiv und muss heute Aktenordner fürs Einlagern vorbereiten. "Die Aufgabe ist ganz einfach, vielleicht etwas eintönig, denn bei diesem Papierstapel läuft alles nach Schema F ab", fügt Herr Staub hinzu.

Nach Schema F

"Warum sagt man eigentlich nach Schema F? Wie entstand die Redewendung?", fragt Miriam.

Herr Staub, ein gelernter Historiker, hat die Antwort parat: "Dieser Ausdruck geht auf das Jahr 1861 zurück. Das preußische Militär schrieb ab dem Jahr Frontrapporten, also einen Bericht über die Stärke einer Truppenabteilung, vor. Der Bericht des Bestandsnachweises wurde immer nach einem ganz bestimmten Schema aufgeschrieben, dem Schema F nämlich. Das F wurde übrigens von Frontrapport abgeleitet.“

Die Bedeutung sollte inzwischen klar sein: Arbeiten, die nach Schema F ablaufen, sind durch einfache und immergleiche Lösungsschritte zu erledigen. Deswegen sind sie meistens langweilig und eintönig – wie die Blattsortierungsaufgabe von Miriam.

"Wunderbar, nun habe ich wieder etwas dazugelernt", sagt Miriam. "Auch die eintönigste Arbeit kann also lehrreich sein."

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