Redewendung Sand in die Augen streuen

"Hast du den Octopus dort oben gesehen?" Leons Vater zeigt mitten in das Aquarium. "Das dunkelbraune Ding mit diesem sackförmigen Körper. Direkt neben der Koralle", erklärt er Leon. "Nein, ich kann ihn nicht erkennen", sagt Leon. "Kein Wunder: Der Octopus ist ein Meister der Verwandlung", erklärt Leons Vater und beginnt zu lesen: "Der Octopus vulgaris gehört zu den ältesten Lebewesen der Erde. Er schwimmt bereits seit 550 Millionen Jahren durch die Ozeane. Pass auf, jetzt kommt´s: Auf der Jagd, vor Aufregung oder auch zur Paarungszeit wechselt der Octopus seine Farbe und das Muster seiner Haut. Er kann sich perfekt an den Untergrund anpassen und für Feinde unsichtbar machen." Noch bevor sein Papa zu Ende gelesen hat, ruft Leon: "Ja, die Steine dahinten. Der eine mit den Augen ist gar keiner. Das ist der Octopus!" Leon und sein Vater müssen lachen. "Na, da hat uns wohl einer Sand in die Augen gestreut."

"Wie kommst du den jetzt auf Sand?", fragt Leon verdutzt.

Der Vater erklärt: "Ach, das sagte man so, wenn man ausdrücken will, dass jemand einen anderen täuschen will. Ursprünglich kommt dieser Ausdruck, glaube ich, vom Fechten. Da war es früher tatsächlich so, dass sich die Gegner Sand in die Augen streuten, also bewusst Staub aufwirbelten, um den anderen zu besiegen."

"Und so ähnlich macht das der Octopus. Verstehe! Sehr imposant!", sagt Leon.

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