Redewendung Die Suppe auslöffeln müssen

Wann war gleich noch mal der Zweite Weltkrieg? Anna überlegt fieberhaft. Noch zehn Minuten, dann ist die Zeit für die Geschichte-Klassenarbeit um. Vorsichtig schielt sie zur Seite: Claudia, ihre Banknachbarin, schreibt bereits an der Antwort auf die nächste Frage. "1939- 1945", kann Anna lesen, als sie einen zweiten Blick riskiert. Gerade als sie die Antwort aufschreiben will, bemerkt Anna, dass Frau Schmidt hinter ihr steht. "Tut mir Leid, Anna, aber das muss ich als Betrugsversuch werten. Ich muss dir leider eine Sechs geben".

Die Suppe auslöffeln müssen

Geknickt kommt Anna nach Hause und erzählt ihrer Mutter von der Klassenarbeit. "Es hilft nichts, Anna. Die Suppe musst du nun auslöffeln. "Wie bitte? Suppe? Auslöffeln?", fragt Anna verwirrt. "Ja, ich meine, um die Sechs wieder wettzumachen, musst du dich jetzt besonders anstrengen", erklärt ihre Mutter.

Vermutlich wurde die Redewendung bereits in der Antike von einem römischen Komödiendichter geprägt. Annas Mutter nimmt ein Lexikon zur Hilfe und liest nach: "Tute hoc intristi, tibi omne est exedendum" steht da. Zu deutsch: "Du hast das eingebrockt, du musst alles ausessen." Das Zitat stammt aus einem der Stücke des Dichters Terenz. Die Redensart, dass man die Suppe, die man sich eingebrockt hat, (aus)essen oder eben auslöffeln muss, leitete sich später davon ab.

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