Redewendung Oberwasser haben

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"Wenn du jetzt eine Sechs würfelst, hast du Oberwasser", erklärt Jan seiner kleinen Schwester Luisa, die seine Spielfigur damit vom Spielbrett hauen würde. Jan und Luisa spielen nämlich Mensch ärgere dich nicht. "Mist! Eine Zwei. Also kein Oberwasser? Was soll das überhaupt heißen?", fragt Luisa und schaut ihren Bruder irritiert über das Spielbrett hinweg an.

"Oberwasser haben" ist ein anderer Ausdruck dafür, dass man gegenüber anderen Menschen in eine vorteilhafte Position kommt. Ursprünglich stammt diese Redensart aus dem Mühlenwesen. Wasser, das sich oberhalb der Mühle, im Mühlbach oder Mühlgraben, angestaut hat, sorgt dafür, dass das Mühlrad angetrieben wird.

Mit dem nächsten Wurf gelingt es Luisa dann. Sie schmeißt die Spielfigur ihres Bruders kurz vor dem Ziel aus dem Rennen. "Ha, so schnell holst du mich jetzt nicht mehr ein", freut sich Luisa, die nur noch ihre letzte Figur ins Ziel würfeln muss. "Abwarten", meint Jan entschlossen, "vielleicht gewinne ich ja doch noch Oberwasser".

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