Redewendung Jemandem den Hof machen

"Sag mal, weißt du, ob Anja heute Geburtstag hat?", fragt Nils seinen Freund Peter. "Nein, hat sie nicht, wieso?", hackt dieser nach. "Weil Michael ihr vorhin Blumen mitgebracht hat." "Komisch, letzte Woche habe ich gesehen, wie er sie auf seinem Fahrrad mitgenommen hat", sagt Peter, während Anja und Michael, die Bücher seiner Klassenkameradin unter den Arm geklemmt, an ihnen vorbeilaufen. "Junge, Junge, der macht ihr ja ganz schön den Hof", meint Peter erstaunt zu Nils.

"Was denn für einen Hof?"

Die Redewendung besagt, dass sich jemand um die Gunst eines anderen bemüht. Die Wendung "Jemandem den Hof machen" ist eine Übersetzung des französischen Ausspruchs "faire la cour à quelqu'un". Damit war ursprünglich das sehr bemühte, unterwürfige Verhalten der Angestellten des Fürsten, sogenannter Höflinge, gemeint, die etwa bis ins 19. Jahrhundert am Hof eines Herrschers arbeiteten, um dessen Gunst sie sich stets bemühten. Nur dass es in der Redewendung, wie wir sie heute kennen, nicht um das Verhältnis von Untertan und Herrscher geht - sondern um Zuneigung und Verliebtsein.

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Das Herz von jemandem zu erobern, ist

nicht einfach

"Stimmt, so wie er sie umwirbt, trifft es das schon ganz gut", lacht nun auch Nils.

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