Redewendung Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Rina T. aus Reinach in der Schweiz möchte wissen, was es mit Ratten und Schiffen auf sich hat

Die neue Schülerzeitung will nicht so richtig anlaufen. Nachdem die erste Ausgabe gedruckt ist, fehlt es jetzt komplett an weiteren Ideen für die zweite Zeitung. Und zu allem Überfluss sagen plötzlich Thomas und Annika, dass sie mehr Zeit für ihre Hobbys brauchen und daher nicht mehr mitmachen werden. Aber ein kritischer Schüler hält das für eine faule Ausrede: "Ach quatsch! Die Ratten verlassen das sinkende Schiff."

Was die Redewendung bedeutet, könnt ihr euch gut erschließen, wenn ihr wisst, woher der Ausspruch kommt. Es geht nämlich nur indirekt darum, Menschen als Ratten zu beschimpfen. Vielmehr waren früher auf Segelschiffen immer auch ungewollt die kleinen, lästigen Nager mit an Bord. Und laut einem Seemannsglauben waren die Ratten die Ersten, die einen drohenden Schiffsuntergang witterten und schleunigst vom Boot flüchteten.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Ob Schiffsratten einen Untergang tatsächlich schon im Voraus riechen können? Unsere Redewendung bezieht sich jedenfalls auf diesen Seemannsglauben

Generell verwendet man die Redewendung, wenn ein Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Das merkt man an den Ersten, die aufgeben, anstatt zu versuchen, die Unternehmung zu retten.

Im Fall der Schülerzeitung könnte der Absprung der zwei Redakteure den Untergang sogar beschleunigen. Vielleicht sollten sich die verbleibenden Schüler der Zeitung ein überzeugendes Konzept überlegen, um ganz schnell neue, motivierte Leute an Bord zu holen. Die geben dann hoffentlich nicht schon bei den ersten Schwierigkeiten auf. Um in der Seemannssprache zu bleiben: So könnten die Schüler gemeinsam versuchen, das Runder herumzureißen.

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