Redewendung Etwas aufs Tapet bringen

Oberlehrer Karstens holt sich nach der Deutschstunde Ulli ans Pult: "Was ist los mit Dir? Du beteiligst Dich nicht mehr am Unterricht und störst sogar. Wenn das so weiter geht, muss ich dein Verhalten beim nächsten Elternabend aufs Tapet bringen!"

Ulli schaut erst schuldbewusst, dann neugierig: "Wieso wollen Sie das auf eine Tapete schreiben?" "Tapet, nicht Tapete", korrigiert der Oberlehrer. "Aufs Tapet bringen heißt, ein Thema anzusprechen. Verstehst du?"

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Ein leerer Konferenztisch. Darauf könnte man einen Stapel Papiere ablegen. Oder im übertragenen Sinne Themen ansprechen.

Als Ulli nickt, fährt sein Lehrer - nun ganz in seinem Element - fort: "Tapet ist eine alte Bezeichnung für die grüne Filzbespannung, die manche wichtigen Verhandlungstische haben. Wenn man also etwas aufs Tapet bringt, legt man es im übertragenen Sinne auf den Verhandlungstisch."

Und hat das Wort vielleicht doch etwas mit der Tapete zu tun? Zwar hatte sich Ulli verhört, tatsächlich aber sind die Wörter Tapet und Tapete verwandt. Beide haben ihren Ursprung im französischen Wort für Teppich: tapis. Die ersten Tapeten waren nämlich auch aus Stoff. In vielen Schlössern kann man solche reich bestickten Wandteppiche noch heute besichtigen.

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