Redewendung Mit Kind und Kegel

Nicht jeder Kegel ist ein Kind und nicht jedes Kind ein Kegel. Aber mit beiden hat man die ganze Familie dabei
Mit Kind und Kegel

Im Vordergrund ein paar Kegel, im Hintergrund ein Kind. Und wenn die Eltern nicht verheiratet waren, nannte man früher auch das Kind einen Kegel

"... Und dann sind wir ganz spontan mit Kind und Kegel in den Freizeitpark gefahren", erzählt Frau Schuster Bens Vater. Ben steht daneben und versteht nur - Freizeitpark. Aber dann grübelt er, was wohl der Kegel dabei zu suchen hat.

"Mit Sack und Pack" ist eine ganz ähnliche Phrase: Man hat alles mitgenommen. Die Redewendung "Mit Kind und Kegel" soll ausdrücken, dass alle Familienmitglieder dabei waren. Denn in diesem Zusammenhang meint "Kegel" nicht eine Spielfigur. Es ist vielmehr ein altertümlicher Ausdruck für ein uneheliches Kind, also jemanden, dessen Eltern nicht verheiratet sind.

Warum man uneheliche Kinder einen "Kegel" nannte, ist nicht ganz klar. Bevor das Wort die Bedeutung einer Spielfigur bekam, stand es für einen Holzpfahl. Ganz ähnlich meinte man ursprünglich mit einem "Bengel" nicht einen ungezogenen Jungen, sondern einen Stock oder Knüppel. Und genau wie "Bengel" ist auch "Kegel" nicht gerade nett gemeint - uneheliche Kinder hatten früher nämlich weniger Rechte als eheliche.

"Dann bin ich auch ein Kegel?" fragt Ben, der weiß, dass seine Eltern nie geheiratet haben. Vor ein paar hundert Jahren hätte man das wohl zu ihm gesagt. Heute ist das zum Glück längst überholt.

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