Redewendung Etwas auf die lange Bank schieben

Pflichten auf die lange Bank zu schieben, ist verlockend. Doch früher oder später müssen wir sie leider doch erledigen.

Am Samstag möchte sich Lisa mit einer Freundin treffen. Sie darf aber erst gehen, wenn ihr Kinderzimmer aufgeräumt ist. "Kann ich das nicht morgen machen?", fragt sie ihre Mutter. Doch die ist damit gar nicht einverstanden. Schon seit Tagen ermahnt sie Lisa immer wieder, endlich Ordnung zu schaffen. "Wenn du das nicht auf die lange Bank geschoben hättest, könntest du sofort spielen gehen."

Genau wie Lisa schieben wir alle gerne einmal lästige Pflichten vor uns her. Aber was genau hat es mit dieser langen Bank eigentlich auf sich?

Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter und hat weder etwas mit der Parkbank noch mit dem Geldinstitut zu tun. In Behörden und bei Gericht gab es damals noch keine Regale, um wichtige Akten aufzubewahren. Stattdessen wurden Dokumente in großen, sehr langen Truhen abgelegt. Waren die Kisten voll – und das kam oft vor – stellte man die Akten einfach darauf ab. Mit jedem Ordner, der neu dazukam, wurden alle anderen ein Stück weiter nach hinten verschoben, ähnlich wie auf einer langen Bank, auf der die Leute aufrücken, um für andere noch ein bisschen Platz zu machen.

Schiebt ein Mensch heute etwas auf die lange Bank, so tut er das nur im übertragenden Sinne. Wenn er sich zum Beispiel Zeit lässt, um eine Entscheidung zu treffen, oder wenn er unliebsame Aufgaben wie das Zimmeraufräumen lange hinauszögert.

Etwas auf die lange Bank schieben

Unangenehmes schieben wir auf die lange Bank. Diese Parkbank hingegen lädt zum Verweilen ein.

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