Redewendung Einer Sache die Krone aufsetzen

Wenn jemand sein unverschämtes Verhalten durch eine weitere Frechheit noch überbietet, setzt er der Sache sprichwörtlich die Krone auf. Erfahrt hier, was es mit dieser Redewendung auf sich hat
Einer Sache die Krone aufsetzen

Wenn jemand einer Sache die Krone aufsetzt, vollendet er sein unverschämtes Verhalten durch eine weitere Frechheit

"Das darf doch nicht wahr sein", murmelt Niko während er zum dritten Mal seinen Schulranzen durchsucht. Sein neues Modellflugzeug ist weg! Drei Monate hat er sein Taschengeld gespart, bis er sich den Flieger endlich leisten konnte. Voller Stolz hat er das Flugzeug gleich mit in die Schule genommen und in der Pause seinen Freunden gezeigt. Und nun fehlt jede Spur davon. "Das muss mir jemand aus der Tasche geklaut haben", vermutet Niko fassungslos.

In der nächsten Pause ist ihm nicht zum Spielen zu mute. Traurig sitzt er in der Ecke des Schulhofs. Plötzlich sieht er seinen Klassenkameraden Florian – mit seinem Modelflugzeug in der Hand! Niko springt wütend auf und läuft zu ihm hin. Da sieht er, dass Florian den Flieger ein paar älteren Schülern zum Kauf anbietet. Niko ist außer sich und schreit Florian an: "Zuerst klaust du mir das Flugzeug aus dem Schulranzen und jetzt willst du es sogar verkaufen?! Das setzt dem Ganzen ja wohl die Krone auf!"

Er möchte damit ausdrücken, dass Florians Verhalten an Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten ist. Dieser Ausspruch ist auf den Brauch zurückzuführen, dass Bauherren ein Richtfest feiern, wenn der Rohbau eines Hauses fertig ist. Der Dachstuhl wird zu diesem Anlass traditionell mit einer Richtkrone geschmückt. Indem der Bauherr dem Rohbau die Krone aufsetzt, zeigt er, dass das Werk vollendet ist. Diese Redewendung ist also eine ironische Aussage.

Niko ist glücklich, sein Flugzeug wiederzuhaben. Und Florian hat sich bei ihm entschuldigt: "Es tut mir wirklich leid. Ich weiß gar nicht, was da in mich gefahren ist! Sowas werde ich nie wieder machen!" Niko hat die Entschuldigung angenommen, aber Freunde werden die beiden bestimmt nicht.

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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