Redewendung Sich einen hinter die Binde kippen

Es ist Sonntagmittag, die Sonne scheint, der Rasen ist frisch gemäht. Fabian will mit seinem großen Bruder Tom Fußball spielen, kann ihn aber einfach nicht finden. Er durchsucht das ganze Haus, den Garten und geht sogar in die Garage, wo Tom manchmal an seinem Roller werkelt. Keine Spur von Tom. Fabian schlurft enttäuscht zu seinem Vater auf die Terrasse, um endlich herauszufinden, wo sein großer Bruder ist. "Noch im Bett", erwidert der mit einem Grinsen: "Der hat sich wohl gestern mit seinen Kumpels einen hinter die Binde gekippt." Fabian ist verwirrt. Ganz auf Fußball fixiert fragt er sich: "Welche Binde denn? Tom ist doch gar nicht der Kapitän seiner Fußballmannschaft!"

Die Binde, von der in diesem Sprichwort die Rede ist, hat nichts mit einer Kapitänsbinde zu tun – früher hat man zur Krawatte "Binde" gesagt.

Sich einen hinter die Binde kippen

Die Redewendung sich etwas hinter die Binde kippen geht ursprünglich auf Krawatten zurück

Doch was kippt man sich hinter eine Krawatte? In Wahrheit hebt natürlich niemand seine Krawatte an und gießt etwas dahinter. In der Redewendung ist der Hals der Person gemeint. Als sie gerade aufkam, war sie ein Ausdruck dafür, dass jemand sehr schnell trinkt. Heutzutage benutzt man die Redensart, um zu sagen, dass jemand viel Alkohol getrunken hat.

Das könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, warum Tom immer noch im Bett liegt – er hat sich einen hinter die Binde gekippt – also zu viel Bier getrunken – und hat jetzt Kopfschmerzen. Fabian muss sich wohl noch ein bisschen gedulden, bis das Fußballspiel endlich losgehen kann.

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