Redewendung In Abrahams Wurstkessel

Habt ihr schon einmal den Ausdruck "in Abrahams Wurstkessel" gehört? Wir erklären euch, was es mit der Redewendung auf sich hat
Wurstkessel

"Fünf Kilo Kartoffeln hätten wir gern", sagt Paul am Marktstand und schaut mit seiner Mutter interessiert in das große Zelt des Kartoffelnbauern. Große und kleine, helle und dunkle, ja sogar blaue Kartoffeln türmen sich zu großen Bergen in den Boxen.

"Ihr wollt wohl eure ganze Nachbarschaft mit Kartoffeln versorgen, wie?", lacht der alte Kartoffelbauer, "Das muss mein Sohn übernehmen. Meine Arme können solch eine große Menge nicht mehr tragen." Schon springt ihm sein jüngerer Sohn zur Seite und packt zwei große Tüten mit Kartoffeln voll.

"Aber so alt siehst du doch noch gar nicht aus", meint Paul und schaut dem alten Mann prüfend in die Augen, "Wann hast du denn das letzte Mal einen fünf Kilogramm schweren Kartoffelsack hochgehoben?"

Der Kartoffelbauer lässt sich schnaufend auf seinen Holzstuhl plumpsen und sagt lachend: "Ach, das ist schon viele Jahre her... Da warst du noch in Abrahams Wurstkessel, mein Junge!"

Was die Redewendung "In Abrahams Wurstkessel" bedeutet

Wenn jemand redensartlich "in Abrahams Wurstkessel" war, dann bedeutet dies, noch nicht geboren gewesen zu sein. Der Bauer möchte also andeuten, dass es schon so lange her ist, dass er schwere Kartoffelsäcke heben konnte, dass der achtjährige Paul damalas vermutlich noch gar nicht geboren gewesen war.

Die Redensart entstand wahrscheinlich durch einen Satz im Hebräerbrief des Neuen Testaments. Darin ist die Rede davon, dass Levi zu der Zeit, als sein Urgroßvater Abraham dem Hohepriester Melchisedek begegnete, noch „in Abrahams Lende“ war.

Eine weitere Redewendung lautet übrigens "Wie in Abrahams Schoß".

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Redewendungen
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