Redewendung Jemanden unter seine Fittiche nehmen

Der erste Schultag nach den Ferien ist geschafft. Jan kommt nach Hause und pfeffert seinen Schulranzen in die Ecke. Hungrig rennt er in die Küche, um zu schauen, wie weit seine Mutter mit dem Mittagessen ist. "Hallo Jan", sagt sie lächelnd, während sie eine dampfende Auflaufform aus dem Ofen holt. "Wie war der erste Tag nach den Ferien?" Jan setzt sich an den Küchentisch, gießt sich Apfelschorle in sein Glas und verzieht die Miene "Langweilig." Damit gibt sich Jans Mutter nicht zufrieden und hakt weiter nach: "Was gibt's Neues in diesem Schuljahr?" Jan nimmt noch eine Gabel Lasagne und überlegt kauend, bis er sich erinnert: "Wir haben einen Neuen in der Klasse. Lennard heißt er." "Und wie ist Lennard so?", fragt Jans Mutter. Er erzählt, dass sein neuer Mitschüler sehr schüchtern schien: Er habe sich in den Pausen alleine auf eine Bank gesetzt und nicht versucht, sich mit irgendwem zu unterhalten. "Dann musst du ihn mal unter deine Fittiche nehmen", schlägt Jans Mutter vor. Jan guckt sie verdutzt an. "Worunter soll ich ihn nehmen?"

Jemanden unter seine Fittiche nehmen

Jemanden unter seine Fittiche nehmen bedeutet, ihm zu helfen

Das Wort Fittich noch nie gehört? Fittich ist ein anderer Begriff für den Flügel eines Vogels. Klar hat Jan keine Flügel, unter die er Lennard nehmen könnte, aber symbolisch gesehen könnte er das schon tun. Wenn ein Vogelweibchen sich um ihre Jungen kümmert, legt sie ihre Flügel, also ihre Fittiche, über sie. So schützt sie ihre Babys vor Kälte, Nässe und Fressfeinden, damit sie wohlbehütet ins Leben starten.

Jan muss seinen neuen Klassenkameraden natürlich nicht vor Fressfeinden schützen, aber er kann ihm dabei helfen, sich in der neuen Schule einzuleben und ihn unterstützen, wie es das Vogelweibchen für ihre Jungen tut. Morgen will Jan seine Spielkarten mit zur Schule nehmen und Lennard zu einer Partie auffordern.

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