Redewendung Auf Tuchfühlung gehen

Habt ihr schon einmal gehört, dass zwei Menschen "auf Tuchfühlung" gehen? Wir erklären euch, was diese Redewendung bedeutet und wie sie entstand.
Mädchen auf der Wiese

Zwei Mädchen gehen "auf Tuchfühlung"

"Na, bist du schon aufgeregt?", fragt Isabells Mutter ihre Tochter und blick sie prüfend durch den Rückspiegel an. "Ja.. Ein bisschen schon", antwortet Isabell und sitzt mit klebrigem Händen auf dem Rücksitz des Autos. Heute, am ersten Schultag nach den Sommerferien, wird sie ihre neue Klasse kennenlernen.

Nach dem Umzug ihrer Eltern sind Isabell und ihre Familie nämlich in eine neue Stadt gezogen. "Du wirst bestimmt schnell neue Freunde finden, wenn ihr erstmal auf Tuchfühlung miteinander gegangen seid", beruhigt ihre Mutter sie und fährt auf den Schulhof. "Wie meinst du das, dass wir auf Tuchfühlung gehen?", fragt Isabell verwirrt und stellt erschrocken fest, dass sie gar kein Halstuch angezogen hat.

Ursprung der Redewendung "Auf Tuchfühlung gehen"

Die Redewendung "Auf Tuchfühlung gehen" geht auf die Soldatensprache zurück. Denn beim Antreten stehen Soldaten oft so dicht nebeneinander, dass das Tuch der Uniform das Tuch des Nebenmanns berührt. Sie gehen also wortwörtlich "auf Tuchfühlung". Mittlerweile wird diese Redewendung auch für alltägliche Situationen gebraucht, zum Beispiel, wenn zwei Menschen sich vorsichtig annähern und kennenlernen.

Isabells Mutter soll übrigens Recht behalten: Schon in der ersten großen Pause hat Isabell in Greta eine neue Freundin gefunden, nachdem die beiden in der ersten Stunde bereits "auf Tuchfühlung" gegangen sind.

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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