Deutsche Redewendung Die Haare stehen zu Berge

Habt ihr vielleicht schon einmal den Ausdruck "Mir stehen die Haare zu Berge!" bei euren Eltern gehört, als sie euer Zimmer betreten haben? Dann wäre dies ein Zeichen, schnell aufzuräumen! Wir erklären, was es mit der Redewendung auf sich hat.
Mädchen stehen die Haare zu Berge

"Habt ihr euch nun schon entschieden, wann ihr am Samstag an die Ostsee fahrt?", fragt Anna-Lena ihren Vater und plant im Hinterkopf bereits ihre Geburtstagsfeier. Für Samstagabend haben sie und ihr Zwillingsbruder die ganze Klasse eingeladen, um zusammen ihren 14. Geburtstag zu feiern.

"Ich denke, wir werden gegen 15 Uhr losfahren", antwortet Anna-Lenas Vater. "Wenn ich nur daran denke, dass ihr Samstagabend alleine zu Hause seid, dann stehen mir schon die Haare zu Berge", lacht Anna-Lenas Mutter und blickt auf die große Packung selbstleuchtender Luftballons, die die Oma den Kindern extra für die Geburtstagsfeier gekauft hat.

Wie die Redewendung entstand und was sie bedeutet

Mit der Redewendung "Mir stehen die Haare zu Berge" drückt jemand aus, dass er oder sie sehr erschrocken oder zumindest angespannt ist. Die Redewendung hat sich aus der Körpersprache selbet entwickelt.

Denn wie bei der Gänsehaut richten sich auch manchmal die Kopf- und Körperhaare auf, wodurch man gleich ein paar Zentimeter größer erscheint.  Im Tierreich ist das Aufstellen der Haare sehr häufig zu beobachten, zum Beispiel bei Hunden oder Katzen als Drohgebärde oder bei Vögeln als Imponiergehabe.

Die Redewendung "Mir stehen die Haare zu Berge" ist seit dem Mitteralter in Deutschland geläufig. Das dazugehörigen Adjektiv "haarsträubend" ist erst seit Mitte des 19. Jahrunderts schriftlich belegt. Viel eher schon findet sich die Redewendung jedoch in Vergils "Aeneis" (Buch II, V 774), in der Aeneas aus der Ich-Perspektive vom Fall Trojas berichtet: "Staunen ergreift mich; es sträubt sich mein Haar; es stockt mir die Stimme."

Auch in der Bibel (Hiob 4,13-15) findet sich übrigens die Redensart: "Da ich Gesichte betrachtete in der Nacht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt, da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken. Und da der Geist an mir vorüberging standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe".

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
Wir nehmen die geflügelten Worte genauer "unter die Lupe". Woher kommen die Phrasen und was bedeuten sie? Hier findet ihr eine Übersicht bekannter Redewendungen
GEOlino-Newsletter