Redewendung Auf 180 sein

Auf 180 sein

Auf 180 sein bedeutet rasend vor Wut zu sein

Das Abendessen steht auf dem Tisch, Mira und ihre Brüder Paul und Jannik warten bereits, während ihre Mutter noch etwas in der Küche erledigt. "Warum ist Papa noch nicht da?", fragt Jannik. Seine Mutter antwortet, er habe bestimmt noch viel zu tun auf der Arbeit. Das war in letzter Zeit oft der Fall. Fast nie ist er pünktlich nach Hause gekommen. So fängt die unvollständige Familie schon mit dem Essen an. Gerade hat Mira ihren letzten Happen Kartoffelpüree gegessen , da hört sie den Schlüssel ihres Vaters im Schloss. Kurz darauf kommt er ins Esszimmer gestampft, seine Mundwinkel nach unten verzogen. Ein unfreundliches "Hallo" bringt er noch über seine Lippen, bevor er sich auf den freien Stuhl fallen lässt. Einem kurzen Moment der Stille folgt ein lautes: "Ich bin auf 180! Im Moment läuft einfach gar nichts. Wir sind auf der Arbeit so unterbesetzt, dass ich das Gefühl habe, nichts wird fertig!" Mira wundert sich: Was meint ihr Papa mit der Zahl 180?

Mit der Redewendung "auf 180 sein" drücken Menschen aus, dass sie besonders wütend sind. Wut kann man nicht in Zahlen messen – die 180 wurde aus einem anderen Zusammenhang genommen, dem Autofahren. Fährt man 180 Kilometer pro Stunde, rast man über die Autobahn. Da man auch rasend vor Wut sein kann, hat man die Zahl einfach auf Situationen übertragen, in denen man besonders wütend ist. Als die Redewendung aufkam, hieß sie noch "auf 80 sein", da die Autos zu dem Zeitpunkt noch nicht so schnell fahren konnten. Damals waren 80 Kilometer pro Stunde eine sehr hohe Geschwindigkeit.

Redewendung, Sprache, Grammatik
Sprache
Redewendungen
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