Redewendung Etwas ist 0815

Wir erklären, was die Redewendung 0815, oder "Nullachtfünfzehn", bedeutet und was der erste Weltkrieg damit zu tun hat
Die Redewendung "Nullachtfünfzehn" stammt aus dem 1. Weltkrieg

Etwas ist "nullachtfünfzehn"

Jennifer rennt aufgeregt durch den Flur zur Haustür und ruft dabei noch schnell in die Küche: "Mama, Oma und Opa sind endlich da! Ich mache schon auf" Erst vor ein paar Wochen ist die 10jährige mit ihren Eltern umgezogen und nun sind die Großeltern natürlich neugierig auf die neue Wohnung.

Nach einem großen "Hallo!" und "Ach, bist du wieder groß geworden!" führt Jennifers Mutter die Großeltern ins Wohnzimmer, damit sich das Paar nach der langen Reise ausruhen kann. "Ui, das sind aber schöne neue Vorhänge, Irene! Nicht so nullachtfünfzehn wie bei den Nachbarn...", staunt Oma und bewundert die Gardinen.

Jennifer runzelt die Stirn und betrachtet ebenfalls die Vorhänge der Nachbarn gegenüber genauer. Sie kann nirgends ein Zahlenmuster auf dem Stoff erkennen. Wie kommt ihre Oma denn auf "0-8-15"..?

Was die Redewendung 0815 bedeutet und wie sie entstand

Als "nullachtfünfzehn" wird etwas bezeichnet, das ganz gewöhnlich und belanglos ist und daher auch keiner besonderen Beachtung bedarf.

"0-8-15" ist außerdem die Typenbezeichnung eines Maschinengewehrs, das im 1. Weltkrieg zum Einsatz kam und auch noch im 2. Weltkrieg ab und an verwendet wurde. Die Soldaten mussten an der "MG 08/15" immer gleiche Übungen absolvieren, die schnell langweilig wurden und dadurch bedeutungslos erschienen.

Eine andere Erklärung liegt daran, dass Soldaten im 1. Weltkrieg angeblich den Spruch "Die Waffe ist ja 08/15" sagten, mit dem sie sich abfällig über die im Verlauf des Krieges immer schlechter werdende Qualität der Waffe äußerten.

Redewendung, Sprache, Grammatik
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Redewendungen
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