Redewendung Im Dreieck springen

Warum die Redewendung "Im Dreieck springen" aus einem Berliner Gefängnis enstanden ist, verraten wir euch in diesem Artikel
Ein kleiner Junge springt "im Dreieck"

"Was? Mein Kostüm ist immernoch nicht angekommen?", ruft Jakob entsetzt und rennt zum Briefkasten, um nochmal genau nachzusehen. Doch dort ist kein Päckchen und auch kein Abholzettel vom Paketboten zu finden

"Was soll ich denn jetzt heute Abend anziehen, Mama?", fragt der Junge seine Mutter entsetzt, "Ich kann doch nicht ohne Kostüm an Halloween durch die Nachbarschaft laufen!". Jakobs Mutter steht hilfslos im Flur und grübelt: "So auf die Schnelle fällt mir da auch keine Lösung ein, Jakob.."

Der Junge kann seinen Ärger nicht mehr verbergen und stampft im Flur wild auf und ab: "Die blöde Post! Ich BRAUCHE aber mein Kostüm heute Abend..."

"Nun spring nicht gleich im Dreieck, Jakob. Ich bin sicher, wir finden in der Stadt ein Geschäft, in dem wir ein gruseliges Kostüm für dich finden", ruft seine Mutter besänftigend und informiert sich am Computer über Läden in der Innenstadt.

Was mit der Redensart gemeint ist

Auch heute springen wir manchmal noch "im Dreieck" - zumindest redensartlich. Denn wenn wir uns ganz schrecklich ärgern, wütend oder zornig sind, dann springen wir "im Dreieck".

So erklärt sich auch die Aussage von Jakobs Mutter - denn da Jakobs Halloween-Kostüm nicht mehr rechtzeitig angekommen ist, springt der Junge vor Wut "im Dreick".

Woher die Redewendung "im Dreieck springen" kommt

Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Friedrich Wilhelm IV. in Berlin ein Gefängnis errichten, das so ganz anders aussah als alle anderen: Hier durften die Gefangenen nicht in Gemeinschaftsräumen zusammentreffen, sondern waren alle einzeln untergebracht.

Friedrich Wilhelm IV. wollte damit verhindern, dass sich die Inhaftierten untereinander schlecht beeinflussten oder die Straftäter vielleicht sogar gemeinsam etwas ausheckten.

Auch der runde Hof auf dem Gefängnisgelände wurde kuchenstückartig in zwanzig einzelne "Spazierhöfe" unterteilt, die von hohen Mauern umgeben waren. So wurde sichergestellt, dass die Insassen auch draußen beim Freigang keinen Kontakt zu ihren Mithäftlingen hatten.

In den gerade mal zehn Quadratmeter großen, dreieckigen Höfen wurde die Isolation hin und wieder einem der Gefangenen zu viel. Wenn dieser seinen Ärger nicht mehr kontrollieren konnte, dann sprang er vor lauter Wut in dem kleinen Dreieck herum.

Von dem Gefängnis "Zellengefängnis Moabit" gibt es übrigens heute noch Überreste im 2007 eröffneten Geschichtspark in Berlin zu finden.

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