Redewendung Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, sind Verwandte sich sehr ähnlich

Das Piepen wird immer lauter und die kleine gelbe Lampe blinkt immer schneller. Lennart rauft sich aufgeregt die Haare, denn er ist sich ganz sicher: Diesmal hat der Metalldetektor bestimmt etwas sehr Wertvolles im Boden gefunden! Am Rande des Gartens, zwischen Sträuchern und jeder Menge Unkraut, steht Lennart mit Gummistiefeln und seinem Metalldetektor bewaffnet im Beet.

Er ist auf der Suche nach wertvollen Schätzen aus der Vorzeit. Eigentlich sollte er ja Klavier üben, aber sein Instinkt sagt ihm, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Schatzsuche ist. Er will gerade seine Schaufel ansetzen, als seine Mutter an der Terrassentür erscheint und durch den Regen ruft: "Lennart! Wieso bist du denn bei diesem Schmuddelwetter so lange draußen? Du holst dir ja noch eine Erkältung!" Lennart wischt sich den Regen aus dem Gesicht und ruft zurück: "Ich glaube, genau an dieser Stelle ist etwas im Boden versteckt, Mama!"

Seine Mutter wirft einen Blick auf die Münzsammlung ihres Mannes und lacht. Dann sagt sie seufzend: "Warum wundere ich mich eigentlich? Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm!" Lennart schaut sie verdutzt an – wie kommt seine Mutter denn ausgerechnet jetzt auf Äpfel?

Wenn der Apfel "nicht weit vom Stamm fällt", ist gemeint, dass Kinder sich ähnlich verhalten oder sich für die gleichen Dinge interessieren wie ihre Eltern. Da Lennarts Vater sich für alte Münzen interessiert, ist es also kein Wunder, dass auch Lennart sich für alte Funde begeistern kann und mit seinem Metalldetektor den eigenen Garten absucht. Für die Herkunft des Sprichworts gibt es eine einfache Erklärung: Ein Apfel, der aus den Ästen seines Apfelbaums zu Boden fällt, wird nie weit vom Baumstamm entfernt zu finden sein. Genauso wie die Eigenschaften von Kindern, die oft denen der eigenen Eltern sehr nahe kommen.

Alle Redewendungen

GEOlino-Newsletter