Redewendung Wer Wind sät, wird Sturm ernten

Wer Wind sät, wird Sturm ernten

"Kathi, gibst du mir bitte mal den Zucker rüber?", fragt Basti seine große Schwester. Es ist Sonntag und Familie Müller sitzt gemütlich in der Küche und isst Kuchen. Kathi ist heute zu Scherzen aufgelegt und hat eine Idee: Wie wäre es, ihrem Bruder einfach Salz statt Zucker zu geben? Das macht den Tee bestimmt richtig lecker!

"Na klar. Moment!", ruft Kathi und geht zum Küchenschrank. Unauffällig vertauscht sie die Zucker- mit der Salzdose und reicht sie grinsend ihrem Bruder: "Hier, bitte!" Basti nimmt sich einen extra großen Löffel aus der Dose und rührt genüsslich um. Kathi beobachtet ihn ungeduldig, während er keine Anstalten macht, den Tee zu trinken. "Nun probier' doch endlich mal deinen Tee", sagt sie und trommelt mit den Fingern ungeduldig auf den Tisch.

Ihr Bruder nimmt einen großen Schluck, verzieht langsam das Gesicht und... spuckt den Tee in hohem Bogen auf den Tisch, mitten auf Kathis Stück Kuchen: "Igitt, Kathi! Das ist ja Salz und kein Zucker. Na warte, das zahle ich dir heim!" Ihre Mutter lacht: "Tja, Kathi. Wer Wind sät, wird Sturm ernten!" Kathi schaut ihre Mutter verwundert an: "Was hat denn jetzt ein Sturm damit zu tun?"

Das Sprichwort "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" stammt aus dem Alten Testament der Bibel. Denn in Hosea 8, Vers 7 sagt der Prophet "Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten". Damit ist gemeint, dass jemand für das, was er tut, früher oder später zur Rechenschaft gezogen wird. Da Kathi ihrem Bruder absichtlich Salz statt Zucker für den Tee gegeben hat, muss sie nun also damit rechnen, dass Basti sich dafür irgendwann rächen wird.

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