Redewendung Dumm wie Bohnenstroh sein

Dumm wie Bohnenstroh sein

Bohnenstroh diente früher armen Leuten als Matratze

"Man, ist das heute heiß. Ich bin schon ganz nassgeschwitzt!", ächzt Maik und schleift seinen Turnbeutel missmutig hinter sich die Straße hinauf. Maik und sein bester Freund Jannik sind auf dem Rückweg von der Schule. Es ist Sommer und die Temperaturen klettern von Minute zu Minute immer weiter in die Höhe. Als die beiden gerade um die Ecke biegen, kommt ihnen lachend eine Gruppe älterer Jungs entgegen. In den Händen halten sie bunte Wasserbomben aus Luftballons.

Als die Gruppe Jannik und Maik sieht, kommen die älteren Jungs johlend auf die beiden zu und schon fliegen die ersten gefüllten Luftballons. Es dauert nicht lange und alle sind nass von Kopf bis Fuß. "Nun bin ich patschnass!", ruft Maik und schüttelt sich die nassen Haare aus dem Gesicht. Jannik lacht und schaut seinen Freund belustigt an: "Als ob die älteren Jungs uns mit sowas ärgern könnten. Bei dem heißen Wetter ist ein bisschen Abkühlung doch richtig schön erfrischend! Die sind einfach dumm wie Bohnenstroh."

Maik wundert sich. Was ist denn dieses Bohnenstroh und wieso soll es dumm sein?

Früher benutzten arme Leute zum Schlafen das Stroh von Futterbohnen als Matratze. Denn es kostete nichts und war auch einigermaßen weich. Außerdem konnten die Menschen es ab und zu leicht austauschen und durch frisches Stroh ersetzen. Die Wertlosigkeit von Bohnenstroh hat sich dann im Sprachgebrauch später auch auf geistige Eigenschaften übertragen, wodurch diese Redensart entstanden ist.

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